CI.Armeekorps
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Kriegstagebuch Februar 1945
1.2.1945
Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)

Heranziehung weiterer Teile Nachr.Kp.832 wegen Betriebsstoffmangels vorerst nicht möglich. Die Kp.liegt verstreut zwischen Burg-Stargard und Eberswalde.
Weiterer Ausbau des FS-Netzes nach Rücksprache mit Chef HNW III Oberstlt. Kunnert – Oblt. Conrad.
Aufschaltung:  1 F LV. 12
               1 F Stettin
               1 F Schwedt
               1 F Frankfurt/Oder
               1 F Freienwalde.
Verbindungsaufnahme mit dem Kampfkommandanten der Oderbrückenköpfe und Heranführung von Ortsverbindungen
an die nächste Wehrmachts-Vermittlung zwecks Vermaschung des Fernspr.-Netzes.
Vorbereiten des neuen Gefechtsstandes in der Artillerie-Kaserne, Aufbau einer Vermittlung dortselbst und Auflegen der Fernleitungen.
2330 Uhr
Befehl von Op.Abt. an General Berlin: Stab Berlin wird als Korpsstab Oder verwendet und A.O.K.9 unterstellt.
Befehl von A.O.K.9: Aufstellung des Korpsstabes Oder in Wriezen.
Verbindungsaufnahme mit A.O.K.9 in Fürstenwalde.
Nachr.Fhr.Oberst Becker stellt für Anschluss an AV in Wriezen und durchzuführende Schaltungen Oblt.Thiel. Kp.Chef im A.N.R.511 mit
1 m.Fe.Tr.12 mot sowie 2 m.Fu.Tr.100 MW zur Verbindung mit A.O.K.9 u. unterstellten Verbänden zur Verfügung.

9.30 Uhr werden mit Pkw. die Majore Berzl, Clement, v.Vangerow mit dem Auftrag entsandt: Feststellung der inf. und artl. Verteidigung
in den ihnen zugewiesenen Abschnitten.

Abschnitt: Major Berzl: Crossen einschl. – Göritz einschl.
           Major Clement: Görlitz ausschl. – Oderberg – Alte Oder ausschl.
           Major v. Vangerow: Davon nordlich bis Stettin.
Da immer noch keine klare Entscheidung über den Auftrag des Generals Berlin getroffen ist, kann der Stab Berlin sich nur im Rahmen
seines ersten Aufgabe einschalten.
Zwischen 13.00 und 14.00 Uhr ist eine Besprechung mit Oberst i.G.Helmbach, Verb.Offz. OKH zur Luftflotte Reich, und Major i.G. Roth,
Generalstabsoffizier der Luftflotte Reich. Von Seiten der Luftwaffe wird einheitliche Befehlsführung gefordert und taktische Unterstellung
der Flak unter den örtlichen Führer für richtig gehalten; truppendienstlich und versorgungsmäßig durch LW-Führungsstab.
Etwa 70 Batterien sind bezw. werden im Abschnitt Crossen – Stettin eingesetzt. Luftwaffe fordert Torn.Fu.Trupps zur Ausstattung der V.B.
Eine Entscheidung über den Einsatz des Stabes des Generals Berlin als Korpsstab ist immer noch nicht gefallen.
Es zeigt sich immer wieder bei allen Besprechungen, daß eine klare Befehlsregelung sehr notwendig ist. Es besteht keine einheitliche Führung.
General Berlin weist bei der Armee und der Operations-Abteilung immer wieder darauf hin und fordert Klärung.
22.30 Uhr kommt ein Anruf von Oberstlt.i.G.Thilo, der besagt, daß Stab Berlin nicht als Korpsstab eingesetzt wird. Bereits 23.30 Uhr kommt
Gegenbefehl von Op.-Abt.Stab Berlin wird als Korpsstab oder in Frankfurt/Oder zusammengestellt und der 9.Armee unterstellt.
Armee gibt Befehl: Stab Oder nicht in Frankfurt/Oder aufzustellen, sondern in Wriezen. Abschnittsgrenzen siehe Befehl 9.Armee (Anlage 3).
Lage: Laut Fernsprache mit General Wolz, Flak-Division, stellt sich Russe im Brückenkopf von Zehden zum Angriff bereit.
Befehlführend ist Div.-Stab General Goltzsch.
12.10 Uhr Ia Frankfurt/Oder: Festung steht im Kampf. Mehrere Regimenter greifen Frankfurt/Oder von Osten an. Ostwärts der Oder befindet sich
noch V.SS.-Geb.-Korps.
Oberbürgermeister von Eberswalde verlangt Räumung der Stadt. General lehnt die Räumung ab.
Am Abend treffen Major Clement und Major v.Wangenow mit ihren Erkundungsergebnissen ein. (Anlage 4).
2.2.1945
Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)

Vermittlung Eberswalde wird beibehalten, da mit Rückverlegung zu rechnen ist. Nach Freigabe Betriebsstoff
Heranziehen der Nachr.Kp.832 in Art.Kaserne Eberswalde.
10 Uhr
Abmarsch Vorkommando nach Wriezen. Gefechts
stand im Amtsgericht. Einrichten und Anschluss durch Oblt.Thiel mit Trupps von A.N.R.511.
Schaltung der
Fernleitungen durch Oblt.Conrad von Eberswalde aus.
14 Uhr Abmarsch Hptm. Prümm nach Wriezen. Besprechung
mit Ia Div.z.b.V.606 Major v.Scotti in Bad Freienwalde.
Division verfügt nur über 4 Fu.Tr. der Pz.A.E.3 und einige Längen Draht. Verbindung zu den aufgestellten Alarmbatl. über Postnetz.
Nachr.Offz. nicht vorhanden.

Korps Oder werden unterstellt:
rechts 25.Pz.Gren.Div.,

links Div.z.b.V.606.
Zu beiden Divisionen wird direkte Fernsprechverbindung durch Schaltung über Postnetz aufgenommen.

Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Ausbildungskommandos und V.B.-Trupps für Flak-Artillerie werden durch Amtsgruppe Artillerie aufgestellt und der Flak zugeführt. (Anlage 5).
Besprechung mit Oberst Schluchtmann und höh.Art.Kdr.307, 11.00 Uhr. Hierbei wird festgelegt, daß diese Kommandos im ersten Linie in die neuaufgestellten
Inf.-Div. einzugliedernden Flak-Abteilungen zur Verfügung zu stellen sind. Diese Flak-Abteilungen kommen aus dem Heimatseinsatz, sind behelfsmäßig
motorisiert und mit Personal ausgestattet, das bisher nur gegen Luftziele geschossen hat; zum Teil sind nur Sockelgeschütze vorhanden, die sich für
beweglichen Einsatz nicht eignen. Dringend benötigt werden für die Flak-Artillerie Kraftfahrzeuge und Nachrichtenmittel. Die Unterstellung der Flak
unter die örtlich eingesetzten Art.-Führer der Inf.-Div. wird als notwendig anerkannt. Die Flak-Regimenter und -Div. sollen nur die truppendienstliche
und versorgungsmäßige Betreuung übernehmen. Eine Zugmittelstaffel soll aufgestellt werden, um schwerpunktmäßig notwendige Bewegungen der einzelnen
Flak-Geschütze vornehmen zu können.
14.30 Uhr Abfahrt nach Wriezen, wo Vorkommando bereits Gefechtsstand einrichtet.
Rücksprache mit Ia der Division 606, Major v.Scotti, da Kommandeur nicht anwesend.
Besprechungspunkte:
a) Lageorientierung,
b) Auftrag für die Division am 3.2.45: Einengung der Brückenköpfe und Verhindern weiteren Übersetzens,
c) Einsatz der Flak-Artillerie im Erdkampf.
Ferngespräch mit Kdr. 25.Pz.Gren.Div.: Auftrag für die Division: Die russischen Kräfte westlich der Oder zu werfen und ein weiteres Übersetzen
zu verhindern. Anschließend Rücksprache mit General Volz, Führer der Flak-Verbände in diesem Abschnitt: Einsatz der Flak-Artillerie im Erdkampf,
Bildung von Schwerpunkten, Einsatz von V.B.
18.00 Uhr Eintreffen in Wriezen, gleichzeitig mit O.Qu., der in Begleitung von Rittmeister Lemcke und Hptm.(W) Roth vom Stab Generaloberst Strauß
kommt. Übernahme der Quartiermeister-Geschäfte des Korpsstabes Oder. Chef und Ia sind noch nicht eingetroffen. Befehlsübernahme ist deshalb erst
am 3.2.45 früh.
3.2.1945
Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)

8 Uhr Befehlsübernahme des Abschnittes durch Korps Oder. Division Döberitz versammelt sich im Raum Alt Friedland–Wriezen. Div.-Gefechtsstand vorerst im Amtsgericht
Wriezen. Neuer Korps-Gefechtsstand in NSKK-Sportschule wird von Oblt.Conrad mit Fe.Teilen der Nachr.Kp.832 eingerichtet und mittags bezogen.
Vermittlung Amtsgericht wird an Division Döberitz übergeben, da deren Nachr.Abt. noch im Antransport.

Eintreffen Oblt.Neumann A.N.Rgt.511 bisher LdN AOK.9 als Nachr.Fhr. bei I.Div.z.b.V.606.
Ihm werden unterstellt von Nachr.Kp.832 1 m.Fu.Tr.100 MW, 1 gr.Fe.Tr.12, 1 kl.Fe.Tr.3, Fe.Betr.Tr.20.
Einschieben I.D. „Döberitz“ zwischen 25.Pz.Gren.Div. und Div.z.b.V.606.

Nafü „Döberitz“ Hptm. Schwien meldet sich.

Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Laut Fernschreiben vom 3.2.45 hat der Führer eine neue Unterstellung der Flak-Artillerie im Ostraum befohlen. Damit fällt die bisherige Unterstellung unter den
General der Artillerie Berlin weg.
5.30 Uhr treffen Oberst i.G.Danke und Major i.G.Witte als Chef und Ia ein. Ic fehlt noch.
8.00 Uhr Übernahme des Abschnittes durch Korps Oder (Anlage 6).
Eingesetzt sind: rechts: 25. Pz.Gren.Div.,
                 links: Inf.Div.z.b.V. 606.
Die Division Döberitz versammelt sich im Raum Alt-Friedland – Wriezen. Nach vollständiger Versammlung ist folgende Gliederung beabsichtigt:
Rechts: 25.Pz.Gren.Div.,
Mitte: Div.Döberitz,
Links: Div.z.b.V.606.
Nachbarn: rechts: V.SS-Geb.Korps, links: Stellv.Gen.Kdo.II A.K.
9.00 Uhr Angriff der 25.Pz.Gren.Div. aus Ortwig heraus vormittags noch nicht erfolgen.
11.45 Uhr meldet diese, daß Angriff 13.00 Uhr beginnt.
11.30 Uhr spricht General Busse, Oberbefehlshaber der 9.Armee mit Kdr. General:  a) Beseitigung der Brückenköpfe so schnell wie möglich,
                                                                                  b) mit Sammeln der Div.Döberitz im Raum Wriezen einverstanden.
Div. Döberitz meldet das Eintreffen von I./Pi.301, I./302; II./300 im Anmarsch.
Oberst Beigel, Korps-Pi.-Führer, meldet sich. Auftrag: Erkundung des Korps-Abschnittes und Möglichkeiten des Pi.-Einsatzes und Festlegung der
bereits durch die Div. eingesetzten Pi.-Kräfte. Ergebnis: An Pionieren stehen zur Verfügung: Pi.-Btl.(mot) 25, davon 2 Kompanien zur Stelle,
eine Kompanie im Anmarsch; Pz.Pi.-Ersatz und Ausb.Komp. in Freienwalde, Pi.-Zug A.A. 3.
Derzeitiger Einsatz dieser Kräfte: a) Pi.-Btl.(mot) 25 infanteristisch, b) andere Teile mit Schwerpunkt an den Brücken.
Eis auf der Oder geschlossen, überschreitbar für Infanterie und leichtere Fahrzeuge.
4.2.1945
Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)

Herauslösen der beiden m.Funktrupps 100 MW des A.N.Rgt.511 bei Gen.Kdo. Oder und Div.z.b.V.606 durch gleiche Nr. der N.Kp.832.Verdichtung des
Fernsprechnetzes durch Schaltung je einer 2.Leitung zu den Divisionen und Herstellen der Querverbindungen zwischen den Divisionen.

Um die Divisionen auf Ausweichwegen erreichen zu können, wird das Bahngestänge Wriezen – Letschin erkundet, 3 F. geschaltet und eine vorgeschobene
K.V.(Irene) in Lietzing errichtet.

Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Anruf A.O.K. 9: Generalkommando Oder hat Aufklärung an der linken Grenze westlich der Oder zu betreiben. OKH hat Meldung vorliegen, daß sich dort
feindliche Panzer befinden sollen. Aufklärung soll Stolzenburg ergibt Besetzung durch eigene Truppen. Durch Luftaufklärung werden feindliche Brücken
bei Kienitz und Zellin festgestellt. Es soll sich um Eisbrücken handeln. Feind hat sich am heutigen Tage in seinen bisherigen Angriffspunkten weiter
verstärkt und mit starken Infanteriekräften, unterstützt durch zahlreiche schwere Waffen, angegriffen. Eigene HKL kann infolge Kräftemangel nicht
durchlaufend besetzt werden.
Bis 4.2.45 vormittags sind von Inf.Div.Döberitz eingetroffen: Rgt.300: 1 Btl. ohne Fahrzeuge, es fehlen Teile der Trosse, und 1 Schützenzug; 1 Btl.
ohne Fahrzeuge, es fehlt Rgts.-Stab, 13. und 14.Kompanie. Rgt.301: 2 Btl. davon 1 Btl. ohne Fahrzeuge, es fehlt Rgts.-Stab und 13.Kompanie.
Rgt.302: 1 Btl. ohne Fahrzeuge, 1 Btl. soll im Laufe des Nachmittags im Neu-Trebbin eintreffen. Es fehlt Rgts.-Stab, Stabs-Kompanie, 13. und
14.Kompanie. Art.Rgt.303: I.Abteilung mit Stabsbatterie, Abt.-Stab, eine Batterie in Neu-Hardenberg. Rest 2 Batterien in Ausbildung in Letschin.
Flak-Abteilung 216 wird dem Art.Rgt.303 als II.Abteilung eingegliedert. Sturmgeschütz-Lehrbrigade vollständig. Pi.-Btl.303 mit Stab und 2 Komp.,
3.Kompanie fehlt noch.
Pz.-Zug 83 trifft im Laufe der Nacht südlich Gorgast ein und wird 25.Pz.Gren.Div. unterstellt.
Eintreffen Lt.Schuster und Meldung als Flivo des Korps zum II.Fliegerkorps in Biesenthal und zur 1.Jagd-Div. in Ribbeck westlich Berlin.
Btl.Brandenburg wird Inf.Div.606 z.b.V. zugeführt. II.Btl.3./VII (Gneisenau-Einheit) wird 25.Pz.Gren.Div. zugeführt.
Korps-Pi.-Führer gibt Befehl heraus über den Ausbau einer Sperrzone hinter der HKL (Anlage 7). Hierzu Besprechung Pi.-Führer mit örtlichem Volkssturm
und Parteidienststellen zwecks Einsatz aller verfügbaren zivilen Kräfte für den Sperrausbau von Golzow, Neu-Langsow, Letschin, Neu-Trebbin, Wriezen
und Freienwalde. Mit Arbeitsbeginn ist am 5.2.45 zu rechnen. Die Überprüfung der Sprengvorbereitungen an der Brücke Zäckerick hat ergeben, daß die
pioniertechnischen Vorbereitungen in Ordnung sind. Es wurde veranlaßt, daß zur Sicherung der Brücke selbst eine Barrikade am jenseitigen Ufer gebaut
wird. Desgleichen wurde die Verantwortlichkeit für die Sprengung der Brücke durch Korpsbefehl Ia/Pi.Fü. Nr.20 019/45 geregelt. (Anlage 8).
Oberbefehlshaber der Armee ist vormittags beim Korps. IVa und sein Mitarbeiter treffen ein.
Anlagen: Tagesmeldung Korpsstab Oder an A.O.K.9 vom 4.2.45 (Anlage 9).
Korps befiehlt Angriff zur Beseitigung des Brückenkopfes Neu-Lewin am 5.2.45 (Anlage 10).
Bericht über die Fahrt des kommandierenden Generals zur Inf.Div.606 z.b.V. und zur 25.Pz.Gren.Div. (Anlage 11).

Wetter:
regnerisch, am Abend Schneefälle, Temperaturen über Null. Oder für Inf. überschreitbar, für Panzer nicht mehr tragfähig.
Zugänge: Inf.Div.Döberitz: Rgt. 300 ohne Stab u. Rgts.-Einheiten; 2 Btle. vom Rgt.301, 3 Btle. Rgt.302, A.R.303, Flak-Abt.216, Stu.-Gesch.Lehr-Brigade,
Pi.-Btl.303 mit Stab u. 2 Kpn., Pz.-Zug 83.
Flivo mit Funktrupp zum Korps-Stab.
Btl. Brandenburg zu 606.Inf.Div., II./3./VII zu 25.Pz.Gren.Division.

5.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Kdr. General fährt zum Gefechtsstand der 303.Inf.Div. und der 25.Pz.Gren.Div., die den heutigen Angriff durchführen (Anlage 12).
Korps-Pi.-Führer überprüft den gesamten Sperrausbau und die Besatzung der Oderbrücken. Als Rahmenpersonal steht eine Aufsicht der Fahnenjunkerschule
Dessau-Roßlau in Stärke von 1 Offizier und 32 Fahnenjunkern zur Verfügung. Sperrarbeiten mit Volkssturm und zivilen Kräften gut angelaufen.
Erster Befehl zum Ausbau von Stellungen in der Front und in der Tiefe wird vom Korps-Pi.-Führer gegeben (Anlage 13).
Eisdecke 30 cm stark, für le.Fahrzeuge befahrbar. Oder beiderseits der Brücke von Hohenwutzen offen.
Einsatz der Eisenbahn-Batterie 695 2 km südwestlich Schulzendorf.
Übernahme der Qu.-Geschäfte im Korps-Stab Oder durch Rittmeister Lemcke. IVb trifft ein.
Bei 25. Pz.Gren.Div. gewinnt ein um 14.30 Uhr begonnener Angriff, aus dem Raum nordwestlich Ortwig in allgemeiner Nordost-Richtung geführt, gegen
zähen feindlichen Widerstand langsam Boden. Zahlreiche feindliche Widerstandsnester und 3 s.Pak werden vernichtet. Fortführung des Angriffes ist
vorgesehen. Korpsbefehl Nr.2 (Anlage 14).
Ab 16.00 Uhr greift Feind nach starker Artillerie-Vorbereitung gegen Genschmar, Sophienthal, Kienitz und Groß-Neuendorf an. Angriff in Groß-Neuendorf
wird zerschlagen; die anderen nach geringen Einbrüchen zum Stehen gebracht.
Der Angriff der Division Döberitz kommt infolge zahlreicher stark feuernder eingebauter Pak und Scharfschützen und besonders wegen flankierender
Wirkung aus Merin und Ortwiger Graben zum Stehen (Anlage 15).
Zuführungen: 13./300, 3./Pi.Btl. 303.

25. Pz.Gren.Div.: 3 Pak vernichtet.
Inf.Div.Döberitz meldet 30 vernichtete Pak, 20 vernichtete M.G.;
Inf.Div. 606: 1 Panzerabschuss, 20 Gefangene.
Verluste: 3 eigene Panzer bei 25.Pz.Gren.Div.,
Döberitz: 6 Sturmgeschütze ausgefallen, Gren.Rgt.300 bis 17.00 Uhr ca. 250 Mann ausgefallen.

Wetter:
stürmisch, weiteres Auftauen des Eises, Wege stark verschlammt.
Zugang:
13./300, 3./Pi.-303
6.2.1945


Leitungs-skizze

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Korpsstab Oder erhält die Bezeichnung „Generalkommando Berlin“. Schaltung 1 Fernspr.-Verbindung für den Art.-Lichtmess-Zug parallel zur Front
auf dem Bahngestänge Seelow – Wriezen und im Kabel nach Freienwalde mit je 1 T-Anschluss für die B-Stellen Freienwalde, Wriezen, Neu- Trebbin
und Seelow. Auflösung der Vermittlung in Eberswalde.

Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Korps-Stab Oder erhält die Bezeichnung Generalkommando Berlin lt. Befehl Org.Abt./Op.Abt. Nr.401/45 (Anlage 16).
Oberst i.G.Danke führt ein Ferngespräch mit Chef Gen.St.A.O.K. 9; er sagt, daß an Stelle des bisherigen Angriffsverfahrens Stoßtruppunternehmen
treten sollen. Chef A.O.K.9 meint, daß Oberbefehlshaber der Armee einverstanden sein wird (Anlage 17).
Am Abend hat Kdr.General Besprechung mit Offizieren der russ.Befreiungsarmee (General Wlassow) über Einsatz von 50 Einzelkämpfern als
Panzer-Vernichtungstrupps im Bereich Gen.Kdo.Berlin.
Ferngespräch Generaloberst Guderian mit Oberst i.G.Danke.
Chef Gen.St.d.H. läßt sich kurz über die Lage orientieren und weist auf die Wichtigkeit des Auftrages des Korps hin.
Oberst Kluge, Kdr. der Flak-Artillerie, nimmt Verbindung zum Korps auf. Flak-Artillerie-Verbände werden als Korps- Truppen dem Korps unterstellt.
Id der Armee kündigt Eintreffen von Volks-Artillerie-Korps 401 und E-Batterie 701 an. Beide Einheiten sollen dem Korps unterstellt werden.
2 Kompanien der 21.Pz.Div. eingetroffen, dem rechten Nachbarn des Korps (V.SS-Geb.Korps) unterstellt.
Linke Grenze wird nach Süden verschoben: Bad Freienwalde Süd und Alt-Rüdnitz Nord.
Linker Nachbar des Korps: Marine-Schützen-Div. Nord.
Nach Rücksprache mit beiden Div.-Kommandeuren entschließt sich der Kdr. General, das Angriffsverfahren zu ändern.
Durch Stoßtruppunternehmen soll frontal Stützpunkt um Stützpunkt herausgebrochen werden, während Div. Döberitz als nächstes Angriffsziel Karlsbiese
nehmen und Neu-Lewin vom Feind säubern soll.
21.Pz.Div. verschiebt Angriffsbeginn auf 7.2.45 früh.
Das Korps ist der Überzeugung, daß der Zeitpunkt, zu dem der Russe zum Großangriff antritt, kurz bevorsteht.
Korps-Pi.-Führer meldet: Überprüfen der Brücken bei Zäckerick und Hohenwutzen und Feststellung der Verantwortlichkeit für ihre Sprengung.
Überprüfung des Ausbaus von Bad-Freienwalde. Durch Befehl Korps-Stab Oder, Ia/Pi.Fü., wird  Erkundung der Brücken und des Wegenetzes angeordnet
(siehe auch Anlage 8).
Eisdecke zeigt starke Rißbildung, weiteres Auftauen und Bildung einer 10 cm hohen Wasserlage über dem Eis. Überschreiten durch Schützen noch
möglich, für leichte Fahrzeuge in beschränktem Maße. An Brückenstellen Zäckerick, Hohenwutzen Eis bis auf 100 bis 200 m offen.
Wege stark verschlammt.
Am Vormittag gelingt es, durch eigenen Gegenangriff Frontlücke nordostwärts Gorgast zu schließen. Bei Ortwig kommt der eigene Angriff gegen
zähen feindlichen Widerstand langsam vorwärts. Eigener Angriff auf Wäldchen südlich Gieshof bringt Wäldchen 17.00 Uhr in unseren Besitz.
Verschiedene örtliche Angriffe des Feindes sowie Gegenangriffe wurden zerschlagen.
Bei den Kämpfen seit 1.2.45 wurden u.a. bisher erbeutet oder vernichtet: 46 Pak, 8 s.M.G., 18 le.M.G., 12 Gr.W., 3 2 cm Flak-Geschütze.
Im Abschnitt der rechten Division wurden 490 fdl. Tote gezählt. Die Zahl der vor Zehden abgeschossenen Panzer erhöht sich auf 2 (Anlage 18).
Korps-Befehl Nr.3 befiehlt für nächsten Tag weitere Einengung des Brückenkopfes Lewin (Anlage 19).
Kdr. General befiehlt mit Generalarzt Liebisch Einsatz der San.-Truppen.

Wetter: trübe, Regen
Zugang: Kdo.Pi.-Schule Dessau-Roßlau
7.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Kdr. General bei Div.303 und 606 unterrichtet folgendes:
Ständig bewegliche Reserven schaffen, systematische und peinliche Vorbereitung, vor allem artilleristisch, des Angriffs.
Flak eingliedern zum indirekten Richten, Ausbau eines Stellungssystems. Brückenköpfe an Oderbrücken müssen unbedingt gehalten werden.
606 gute Verbindung zum linken Nachbarn halten. (Anlage 20).
Oberst i.G. Danke führt Ferngespräch mit General Burmeister über Unterstellungsverhältnisse der Flak-Artl.
Außerdem spricht er 12.30 Uhr mit Chef A.O.K.9 und orientiert über die Lage, erkundigt sich nach Volks-Artl.-Korps und erhält Zusage
über dessen Zuführung.
Der 25.Pz.Gren.Div. sagt er fernmündlich durch, daß das Füs.-Btl. 303 dieser unterstellt wird.
Oberst Zimmermann, Kdr.Pz.-Truppen 3, spricht wegen Herauslösung der Alarm-Btle.338 und 339 mit Oberst i.G. Danke.
Feldgendarmerie-Trupp in Stärke 1: 1 Lg. Führer Lt. Schlotthauer, wird im Bereich des Korps Berlin eingesetzt.
Chef des Stabes A.O.K. 9 kündigt Eintreffen der Inf.Div. Berlin an. Davon kommt eine Kampf-Gruppe voraus und zwar
1 Inf.Rgt., 1 Art.-Abt., 1 Pz.-Abt. ohne 3. Kompanie und Teile der Nachrichtenabteilung.
Vorgesehener Einsatz: Rechts neben Inf.Döberitz, um 25.Pz.Gren.Div. schmal zu machen und sie später ganz herauszulösen.
Versprengten-Btl.Freienwalde wird dem Korps zugeführt.
Chef A.O.K.9 befiehlt Erkundung eines Versorgungsweges über Alt-Bleyen nach Küstrin. Dieser wird durch 25.Pz.Gren.-Div. erkundet.
Es ist vorgesehen, im Laufe der Nacht zwei Versorgungsgeleite (Maultiere) über Alt-Bleyen – Kuhbrücken - Vorstadt nach Küstrin mit
dringendst benötigter Munition zu entsenden.
14.30 Uhr: Befehl an Div.Döberitz: Angriff der Div. wird heute nicht weiter durchgeführt. Alles wird abgestellt auf den Angriff
für den 8.2.45 gegen Karlsbiese. Chef weist darauf hin, daß Vorsorge zu treffen sei, daß dieser Angriff nicht aus den feindbesetzten
Gehöften ostwärts Gieshof flankiert wird.
14.40 Uhr meldet sich Generalmajor Goltzsch, Kdr.Inf.Div.606, beim Kdr. General.
Der Angriff auf Neu-Lewin und Karlsbiese ist für den 8.2. früh, eine Stunde vor Hellwerden, vorgesehen. (Anlage 21).
Der Tag wird gekennzeichnet am Vormittag durch starke Aufklärungs- und Erkundungstätigkeit des Feindes, am Nachmittag durch Angriffe
mit starken Kräften auf breiter Front, die zum Teil mit Artillerie-Vorbereitung durchgeführt wurden. Anfänglich hält das Korps es
nicht für ausgeschlossen, daß der Russe aus seinem Brückenkopf zu dem erwarteten Großangriff angetreten ist. Trotz einiger geringer
Einbrüche, die abgeriegelt und bereinigt werden, endet der Tag mit einem Abwehrerfolg. Erstmals treten feindliche Panzer auf dem
Westufer der Oder auf.
Schlechtes Wetter macht einen Einsatz der eigenen Luftwaffe auch zur Aufklärung unmöglich (Anlage 22).
Korps-Pi.-Führer: Einweisung des Kommandanten von Wriezen, Major Letsch, in seine Aufgaben. Ausgabe des Befehls über Einzelheiten
im Stellungsbau und Ausbau der Oder-Stellung. (Anlage 23).
Eisdecke 15 – 25 cm, stellenweise Wasserlöcher. Überschreiten durch Schützen und leichte Fahrzeuge noch möglich.
Der Besuch des Reichsministers Speer am Nachmittag läßt hoffen, daß Lücken in der Ausstattung der Truppe, vor allem
an Nachrichtenmitteln und Munition, durch Zuweisung über die Armee oder durch indirekte Zuführung behoben werden können.


Wetter: regnerisch
Zuführungen: Versprengten-Btl.Freienwalde


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Besuch Reichsminister Speer. Beschleunigte Zuführung von dringend benötigten Kabel, Feldfernsprechern, Tornisterfunkgeräten, Rückentragen,
TF-Geräten usw. wird zugesagt.
Ausweichgefechtsstand Harnekop wird erkundet und durch 1 Fe.Tr.12 und 1 Fe.Betr.Tr.20 eingerichtet.
8.2.1945


Leitungs-skizze

Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Kdr. General ist auf dem Gefechtsstand bei General Burmeister.
General erstrebt, daß nach Eintreffen der Div.Berlin die 25.Pz.Gren.Div. als bewegliche Korpsreserve herausgezogen wird.
Die Artillerie der 25.Pz.Gren.Div. kann zunächst noch nicht abgelöst werden. (Anlage 24).

Eichenlaubträger Major Hogrebe, Kdr. Wach-Regiments GroßDeutschland, trifft mit Offizieren seines Regts. ein, um sich über
die Lage zu orientieren. Das Rgt. wird der 25.Pz.Gren.Div. unterstellt und nimmt einen Abschnitt im Raum dieser Div. ein.
(s. Korpsbefehl vom 8.2.45, Anlage 25).

Eichenlaubträger Oberst Voigtsberger ist 21.00 Uhr beim Kdr.General und wird über die Lage unterrichtet.
Oberst Beigel verläßt Generalkommando Berlin und kehrt zum General der Pioniere und Festungen im OKH zurück.
Korps-Pi.-Führer: Überprüfung des Sperrausbaus von Bad Freienwalde. Vorsprache Major Berger von Kdt.Sperrzone Nord.
Einsatz der Fahnenjunker bleibt wie bisher.

Major Bopst bespricht mit General Dinter von Reichsführer SS Überschwemmungsmöglichkeiten im Oderbruch. Eisdecke läßt
Übersetzverkehr für Fußgänger zu, besp. Fahrzeuge können mittels ausgelegter Bohlen noch übergesetzt werden.
Mot.-Verkehr abseits fester Straßen nicht möglich.
Früh greift 21.Pz.Div. von Norden aus Bahnlinie im Raum von Gorgast an mit dem Ziele, diese wieder zu gewinnen.
10.00 Uhr wirkungsvoller Schlachtfliegereinsatz auf Loose.
14.30 werden feindliche Truppenansammlungen, darunter 5 Panzer, 1 km südlich Fährhaus Güstebiese durch Lichtmeßtrupp
der le.Beob.Abt.(mot) 3 festgestellt.
Die Stoßtruppunternehmen gegen die russische Front im Brückenkopf westlich Zellin hatten am 7.2.45 wider Erwarten
nicht zum Erfolg geführt. Erneute Änderung der Angriffstaktik erscheint daher angebracht.
Div.Döberitz erhält den Befehl, den weit vorspringenden russischen Bogen Karlsbiese und Neu-Lewin zu nehmen und zu säubern.
Der Angriff führt zu einem vollen Erfolg. Karlsbiese Südwestteil und Neu-Lewin werden genommen. Der Erfolg gibt der Truppe einen

großen Aufschwung und findet die Anerkennung der Armee.
Die restliche Säuberung von Kerstenbruch Ostteil und der Gehöfte nordostwärts davon ist die Aufgabe der Division für 9.2.45.
Die Div. wird darauf hingewiesen, daß sie sich zur Abwehr mit der Front nach Nordost zu gliedern hat, vor allem auch außerhalb
der Ortschaft Karlsbiese. Diese Maßnahmen finden Billigung des Chefs der Armee.

Rgt.301 zeichnet sich im Kampf um Neu-Lewin durch schneidige Führung und hervorragende Haltung aus. (Tagesmeldung an A.O.K. 9
vom 8.2.45, Anlage 26).

Am rechten Flügel des Korps bereitet 25.Pz.Gren.Div. einen Angriff zur Wegnahme des Südteils von Neu-Schaumburg vor,
um im Zusammenwirken mit 21.Pz.Div. den Zugang zur Festung Küstrin zu erweitern.
Die Zuführung der Div. Berlin, deren erste Teile in Werbig und Trebnitz eintreffen, stärken das Korps.
Der Oberbefehlshaber der Armee fordert Ablösung der 25.Pz.Gren.Div. durch die Div. Berlin, um sie wieder dem Korps als Reserve
zur Verfügung zu stellen oder zusammen mit dem XI.SS-Korps (in Zuführung befindlich) in einem Abschnitt westlich Küstrin einzusetzen.
Korps-Befehl (Anlage 27) regelt das Einschieben der vordersten Teile der Div. Berlin zur Herauslösung der 25.Pz.Gren.Div.
zu neuer Verwendung. Füs.-Btl.303 wird nach Abschluß Korpsreserve im Raum Posedin. (Anlage 27).

Wetter: leicht bewölkt, Temperatur 8 – 10 Grad.


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Fernsprechverbindungen siehe Anlage 3.
I.D. Berlin wird Gen.Kdo. Berlin unterstellt. Nachr.Fhr. Hptm. Geppard meldet sich beim Ko.Nafü.
Aus Firmenlager in der HKL bei Gorgast, in dem 120 Eisenbahnwagen Nachr.Gerät liegen, wird laufend nachts durch Kommandos, Funkgerät, Anoden, Sammler
usw. sichergestellt.
9.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
In der Nacht meldet sich der Kdr. IV./Volks-Art.Korps 404. Einsatz der Abt. erfolgt gegen Groß-Neuendorf und Brückenkopf westlich Zellin.
Wetterpeilzug 541 trifft ein und wird zur Ermittlung der Wettermeldung für den gesamten Korpsbereich eingesetzt.
Stab Eisb.Art.Abt.679, H.Gr. Weichsel unterstellt, wird auf Korpsarbeit mit Gen.Kdo Berlin angewiesen.
Rgts-Stab Major Meesmann wird als Art.Fhr. dem Korps zugeführt.
Besuch durch Generalleutnant Ochsner, General der Nebeltruppen im OKH, und Oberst Migge, Höh.Artillerie Kdr.307.
Korps-Pi.-Führer: Besprechung mit dem Pionier-Btl.Kdr der 303.Inf.Division und 25.Pz.Gren.Div. über Maßnahmen an den Divisionsabschnitten.
Einweisung der Div.Pio.-Führer durch Deichbau-Insp.Stöcker, Deichverband Oderbruch.
Dabei ist anwesend Forst-Ass.Ewald von Forschungs-Staffel z.b.V.Freienwalde. Diese übernimmt Herstellung einer Forstkarte.
Besprechung mit allen in Frage kommenden Dienststellen-Leitern der Partei und des Staates über Einsatz, Aufgaben und Unterstellung des Volkssturmes.
Volkssturm übernimmt Stellungsbau bei den Divisionen.
Eingehende Besprechung über Oderstauung mit dem Wehrgeologen Reg.Rat Dr.Schulte. Korps-Pi.-Führer bringt eindeutig zum Ausdruck, daß HKL die Oder
bleibt. Hierzu ist Absenkung des Grundwasserspiegels erforderlich.
Trotz entsprechender Maßnahmen, die vom Korps ausdrücklich befohlen waren, ist es den im Ostteil Kerstenbruch verbleibenden russischen Teilen
gelungen, im Schutze der Nacht nach Nordosten zu entweichen.
Div.Döberitz säubert das gewonnene Gelände und trifft Maßnahmen, um dem weichgewordenen Russen aus Karlsbiese heraus nach Nordosten nachzustoßen.
Die am 8.2.45 erstmalig wieder geflogene Luftaufklärung ergibt: Zahlreiche Eisbrücken, Stege und angefangene Behelfsbrücken des Russen über die
Oder und im wesentlichen, daß der Russe noch nicht bereit ist, zum Großangriff anzutreten. Eigene Aufklärung stellt fest, daß er sich laufend
verstärkt, daß er überall außerordentlich zahlreiche Pak eingebaut hat, so allein südlich Groß-Neuendorf 18 Pak in schmaler Front bei Vorwerk
Geranienhof. (Anlage 28).
Am Abend um 18 Uhr teilt die Armee mit, daß das Korps mit 25.Pz.Gren.Div. die 21.Pz.Div. ablösen soll. Das Korps übernimmt diese Aufgabe unter
dem Hinweis, daß erstens damit jede größere Angriffstätigkeit nordwestlich Küstrin vorerst entfällt und daß zweitens die Forderung gestellt
wird, daß die 21.Pz.Div. ihren beabsichtigten Angriff noch durchführt und daß drittens eine Ablösung frühestens in der Nacht vom 10. zum 11.2.45
erfolgen kann.
25.Pz.Gren.Div. erhält Befehl die verstärkte Regimentsgruppe 119 zu bilden und in den Raum Golzow vorzuverlegen, so daß sie dort am 10.2. früh
bereitsteht und die Übernahme einleiten kann. (Anlage 29).
Bei den vorgesehenen Ablösungen wird das Füsilier-Btl.303 durch I./Btl.300 ersetzt.
Die Tatsache, daß der Russe bei Kienitz und Zellin in größerem Umfange Panzer auf das diesseitige Oderufer gebracht hat, veranlaßt das Korps,
weitere Teile der Div.Berlin in den Raum um Zuckerfabrik Voßberg noch im Laufe der Nacht vorzuführen. (Anlage 30).
Von Division Berlin sind eingetroffen:
Wachregiment „Großdeutschland“
Infanterie-Regiment 652 mit Stab, Stabskompanie, 14. Kp.
I./PI.Btl.309 mit einer Kompanie.
Schweres Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr. u.2.Battr.
Leichtes Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr., u. le.Battr.
sowie Geschützen der 2.Battr. le Art.Rgt.309.
Panzerjäger-Abt. ohne 3.Komp.
Sanitätskomp.309.
Division Berlin übernimmt Frontabschnitt der 25.Pz.Gren.Div. bis zur neuen Korpsgrenze:
Amt Friedrichsaue – Genschmar (zum XI.SS-A.K.). Neudamm.

Wetter: bewölkt, Regenschauer.
Zuführungen:
Wach-Rgt.Großdeutschland,
I.R. 652 ohne 13.Kp.,
I./Pi.309 mit einer Kp.,
s.A.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie mit 2 Batterien,
le.Art.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie, (1 Bttr.sowie Gesch. der 2./le.Art.R.309,
Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
und San.Kp.309


Generalkommando CI.A.K. (Ia) Nr. 20110 /geh., O.U.,den 9.2.1945.

Tagesmeldung an A.O.K. 9:
1.) Bei eigenem Angriff gegen Neu-Schaumburg um 6 Uhr gelingt es, den Südteil der Ortschaft zu nehmen und gegen mehrere feindliche Gegenstösse zu halten.
    Verbindung mit Gruppe Schwäble (Festung Küstrin) hergestellt. Feindliche Bereitstellungen im Raum Gross-Neuendorf werden durch zusammengefasstes
    Art.-Feuer zerschlagen.

    In den frühen Morgenstunden Säuberung des Raumes Kerstenbruch-Neu Karlshof - Karlsbiese. Ab 16.00 Uhr Bereinigung des nördlichen Ufers der Alten Oder
    ostwärts Neu Karlshof zur Zeit noch im Gange. 16.00 Uhr Fortsetzung des Angriffs gegen Loose in Rgt.-Stärke. Angriff schreitet infolge sich versteifenden
    Widerstandes langsam fort. Bisher etwa 4 Gehöfte im Südteil von Loose genommen.

    In den Morgenstunden erfolgter Feindangriff in Btl.-Stärke gegen Südrand Brückenkopf Zäckerick 75 m vor eigener Linie zum Stehen gebracht.
    Geschätzte Feindverluste ca. 60 Mann.

    9.00 Uhr erstmaliges Auftreten von 4 IL. 2 mit Bordwaffenbeschuss.
2.) An Hand der Karte gegeben.
3.) Entfällt.
4.) Von Inf.-Div."Berlin" bis 9.2.45 eingetroffen:
       Wach-Rgt. "Großdeutschland"

       I.R.652 mi Stab, Stabskomp., 14. Komp., I.Btl.
       Pi.-Btl. 309 mit 1 Komp.
       s.A.R.309 mit Stab, Stabsbattr. u. 2.Battr.
       le.A.R. 339 mit Stab, Stabsbattr., 1 Battr. sowie Geschützen der 2./le.A.R.309 Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
       San.-Komp.309
5.) 25.Pz.Gren.Div. Neu-Trebbin-Grube. Inf.Div. "Berlin" in Quappendorf.
6.) siehe besonderes Fernschreiben.
7.) Fortsetzung des Angriffs und Ablösung lt. Armee-Befehl.
8.) Bei der Einnahme von Neu-Lewin und Karlsbiese wurden erbeutet oder vernichtet:
        19 m.u.s.Pak, 7 s.MG, 6 le.MG, 3 s.Gr.W., 2 Mun.-Fahrzeuge,
        80 Karabiner, 10 Pferde, 10 Tross-Fahrzeuge, Mun. u.Bekleidung. Ca. 100 gezählte Feindtote.
    Bei der Einnahme von Kerstenbruch wurden erbeutet oder vernichtet:
        12 Pak, 2 s.MG., 5 le.MG, 8 Pz.-Büchsen, 38 Pferde, 12 Panjewagen, 1 Lkw, 35 gezählte Feindtote, weitere ca. 50 geschätzte Feindtote
    Durch 25.Pz.Gren.Div. wurden in der Zeit vom 6.2. -9.2.45 erbeutet oder vernichtet:
        2 Feindpanzer, 1 Feindpanzer bewegungsunfähig geschossen, 41 Pak, 19 s.MG, 44 le.MG, 16 Gr.W., 25 Gespanne, 1 2-cm Flak-Geschütz, 28 Pz.-Büchsen, 1 JG, 3 Lkw,
        38 Pferde, 1 beladener Mun.-Wagen, 8 russ. Gefangene, 1 USA-Gefangener. Ausserdem 325 gezählte Feindtote, weitere 600 - 700 geschätzte Feindtote.
        3 4-mot. Bomber abgeschossen.
9.) Bewölkt, einzelne Regenschauer, leicht diesig, Wege versumpft, Eisdecke unverändert.
10.) Siehe besondere Meldung IIa/IIb.
     Zusatz:
      Ablösung an linker Korps-Grenze am 7.2 im Einvernehmen mit Marine-Schützen-Div.Nord durchgeführt.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
I.D.Berlin übernimmt Abschnitt der 25.Pz.Gren.Div. Einschleifen des Gefechtsstandes in bisherige Leitungen zu 25.Pz.Gren.Div.
Letztere nach Stellungswechsel nach Gusov und wird dort direkt angeschlossen.

10.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Das Generalkommando Berlin führt ab sofort die Bezeichnung „Generalkommando CI. A.K.“ (101. A.K.).
Kommandierender General besucht Generalmajor Hübner auf seinem Gefechtsstand, zugegen ist noch Major Kersten, Kdr.Art.Rgt.25.
General unterstreicht erneut die Notwendigkeit des Ausbaus der rückwärtigen Stellungen. Er befiehlt, daß die 8,8 Battr. unter allen
Umständen im indirekten Richten eingesetzt werden und nicht lediglich als Panzerabwehrgeschütze. Dem Kdr.des Art.Rgts. gibt er auf,
die Stoßtruppunternehmen tatkräftig zu unterstützen und Bereitstellungen der Russen zu zerschlagen (Anlage 31).
17.40 Uhr bis 18.35 ist der Reichsmarschall beim Kdr.General.
Oberst i.G.Danke spricht telefonisch mit Oberstleutn.Geitner und weist darauf hin, daß die Ortschaften zur Verteidigung auszubauen
sind und durch stützpunktartige Anlagen und Pakinseln einem drohenden Panzerdurchbruch durch entsprechende Tiefenstaffelung zu begegnen
ist.
Ablösung der 25.Pz.Gren.Div. durch Div. Berlin beendet.
19.45 Uhr wird die Übernahme durch Div. Berlin an Oberstlt. Höfer, Tannenberg gemeldet. 25.Pz.Gren.Div. wird dem rechten SS-A.K.
unterstellt, dorthin werden weiterhin abgegeben:
Versprengtenbatl.Freienwalde
Nebelwerfer-Abt.53
und Flak-Battr. 1./337 und 2./337
Eingetroffen ist Eisenbahn-Flak-Abt.395 (E) mit 2 Bttrn.
Ihr Kdr. ist Major Förster; sie untersteht der II. Flak-Korps und ist taktisch dem CI. A.K. unterstellt.
Oberstleutnant Pankow, Kdr.Gren.Rgt.653 meldet sich telefonisch beim Chef.
Korps-Pi.-Führer: 18.00 bis 20.00 Uhr Besprechung über Ortsverteidigung von Wriezen mit Beauftragtem, Major Letsch.
Die Nacht verläuft ruhig; starke Kettengeräusche bei Kienitz und Zellin deuten auf Bereitstellung einer größeren Anzahl von Panzern in
diesem Brückenkopf hin.
4.Flieger-Division und 1.Jagd-Division fliegen auf Bitte des Korps einen Angriff gegen Oderübergänge des Russen und gegen erkannte Ziele.
Div.Döberitz tritt in den Morgenstunden an, um über Karlsbiese die Oder südwestlich Gütebiese zu gewinnen. In harten Kämpfen gelingt
Einbruch in Karlsbiese Mitte. Unter Ausnutzung eines erfolgreichen Stoßtruppunternehmens wird am Abend eine Pi.-Kompanie mit
Sturmgeschützen von Süden her gegen Neu-Lewin angesetzt. Karlsbiese Südteil und Neu-Lewin werden gesäubert. Im Ostteil Kerstenbruch und
in den Gehöften nordostwärts davon leistet der Russe bis zur Mitternacht zähen Widerstand. Es gelingt ihm im Schutze der Dunkelheit, mit
der Masse seiner Kräfte im Tal der Alten Oder nach Nordosten auszuweichen.
Am Spätnachmittag brach der Gegner nach starker Artillerie- und Granatwerfer-Vorbereitung in Komp.-Stärke ostwärts Sydowswiese ein, wurde
jedoch im Gegenstoß geworfen.
Wachregiment „Groß-Deutschland“ gelingt es, in einzelnen Stoßtruppunternehmen die HKL südostwärts Amt Kienitz auf einer Breite von 2 km
um 1 km nach Osten vorzulegen (Anlage 32).

Wetter:
vormittags klar, nachmittags bewölkt.


Zugang:
Als Arko CI.A.K. Art.Rgts.Stab z.b.V.781,

IV./Volks-Art.Korps 404 mit 2 Battrn. s.F.H.,
16./V.A.K. 404,

Wach-Rgt.Groß-Deutschland,
1 Btl., von Gren.Rgt.653,
Gren.Rgt.652  ohne 1 Btl.,
von le.A.R.309 der Stab, Stabs-battr., 2 Bttrn.,

dasselbe von 2 s.A.R. 309,
Pi.Btl.,
N.A.,

Sani.Trupp,
Pz.Jg.Abt. ohne 1 Kp.,
s.Eisb.Flak Abt.395 mit 2 Batterien,
II./s.Werfer-Rgt. 15.


KTB CI.A.K.:1)
Fahrtenbericht.
Kdr.General besucht Gen.Maj.Hübner auf dem Gefechtsstand. Außerdem zugegen: Major Kersten, Kdr.A.R.25.
General unterstreicht erneut die Notwendigkeit des Ausbaus der rückwärtigen Stellungen; jedes Haus muß zur Festung werden.
Artillerie: 24 Rohre des Rgts., 12 Rohre 8,8 der R.A.D.Batterien.
General befiehlt, daß die 8,8 Batterien unter allen Umständen artl. mit indirektem Richten eingesetzt werden und nicht etwa lediglich als Pz.-Abwehr-Geschütze.
Dem Kdr. des Art.Rgts. wird aufgegeben alles daranzusetzen, die Stosstruppunternehmen tatkräftig zu unterstützen und vor allen Dingen die Bereitstellungen der
Russen zu zerschlagen. Die B.-Stellen sind in der Tiefe anzulegen.
Von der Div. wird auf den Munitionsmangel hingewiesen.
Die Fliegerbilder der Brücke bei Zellin werden erbeten.
General Hübner erwähnt, daß der Reichsaußenminister v.Ribbentrop am 9.2.45 vorgesprochen hat.
Kdr.General weist darauf hin, daß größtes Augenmerk auf eine straffe Disziplin zu richten ist. Die Haltung und Marschdisziplin der zusammengewürfelten Trosse
läßt außerordentlich zu wünschen übrig. General Hübner will sich auch dieser Dinge sofort durchgreifend annehmen.

Generalkommando CI.A.K.(Ia) Nr.20122/45 geh.
O.U., den 10.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1. Am Spätnachmittag brach der Gegner nach starker Artl.- und Gr.W.-Vorbereitung in Kp.-Stärke ostwärts Sydowswiese ein, wurde jedoch im Gegenstoß geworfen.
   In einzelnen Stoßtruppunternehmen gelang es, Wach-Rgt.Gross Deutschland, südostw.Amt Kienitz auf einer Breite von 2 km die bisherige HKL um 1 km nach Osten
   gegen schwächeren Feindwiderstand vorzuverlegen.
   Bei Karlsbiese wurde die HKL am Oderdamm um 300m nach NNO vorverlegt. Feindangriffe entlang der Oder in Kp.Stärke wurde abgewiesen. Im Südteil von Loose
   schob sich Feind ab 17,00 Uhr an eigene HKL heran.
   Aufklärung gegen Oderdamm westl. Zusammenfluß Alte Oder - Oder stellte Feindbesetzung mit schw.Waffen fest. Eigener Stoßtrupp vernichtete 2o Mann.
   Ostw. Brückenkopf Zäckerick durch Spähtrupp fdl.Schanztätigkeit festgestellt, dabei im Handstreich eine 3,7cm Pak mit Munition erbeutet. Ostw. Oderufer
   zwischen Zollbrücke und Zäckerick feindbesetzt. Laut Überläuferaussage Brücke Güstebiese durch Luftangriff zerstört.
2. An Hand der Karte bereits durchgegeben.
3. entfällt.
4. 1) Oberst Richter mit Rgt.Stabz.b.V.781 als Arko CI.A.K.
   2) IV./Volks Art.Korps 404 mit 2 Bttr. s.F.H.
   3) 16./Bttr. (21 cm Mörser) von V.A.K.404
   4) Wach-Rgt. Gross Deutschland vollständig.
      Von Gren.Rgt.653, 1 Btl.
      Gren.Rgt.652 vollständig ohne 1 Btl.
      von le Art.Rgt.309 Stab, Stabs-Bttr., 2 Bttr.
      von s.Art.Rgt.309: Stab, Stabs.Bttr., 2 Bttr.
      Pi.Btl. vollständig
      N.A. vollständig
      Sani-Tr. vollständig
      Pz.Jg.Abt. ohne 3.Kp.
   5) s.Eisenb.Flak Abt.395 (E) mit 2 Bttr. 8,8 cm
   6) II./s.Werfer Rgt.15.
      25.Pz.Gren.Div. mit unterstellter N.W.Rgt 52, mit unterstellter II/52 u. I/15 Flak-Bttr. 1/337, 2/371,
      Versprengten Btl. Freienwalde.
5. 303.Div. Neu Trebbin - Grube.
6. Durch Fernschreiben.
7. Fortsetzung.
8. Bei Zellin fdl. Pakstellung durch s.I.G. Volltreffer vernichtet. Eine 3,7 cm Pak erbeutet, 1 Überläufer, 20 Feindtote. E-Bttr. Volltreffer anscheinend
   auf Munitionslager bei Zellin, starke Explosion beobachtet.
9. Bis Mittag klar, Nachmittag zunehmende Bewölkung, beschränkte Sicht, vereinzelte Regenschauer, Wege noch stark verschlammt,
   Eis unverändert.
10. entfällt.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Gen.Kdo. Berlin wird in Generalkommando CI.A.K. umbenannt.
Reichsmarschall Hermann Göring zu Besuch.
11.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Südwestlich Kienitz gelang es, die HKL gegen starken Feindwiderstand 200 m vorzulegen. Eine feindliche Bereistellung in
etwa Btl.-Stärke südostwärts Groß-Neuendorf wird zerschlagen. Ein Angriff aus Loose nach Südwesten drückt eigene HKL um
350 m zurück. Ein eigener Angriff in Rgts.-Stärke gelangt über die Linie von heute Morgen hinaus, der Gegenangriff des
Russen, der mit starker Art.- und Salvengeschütz-Unterstützung erfolgt, wirft eigene Truppe auf die Ausgangsstellung vom Vortage
zurück. Der Feind verstärkt sich laufend im ganzen Korps-Abschnitt, besonders im Raum Kienitz, Groß-Neunendorf und Zellin (Anlage 33).
8.00 Uhr Führerbefehl: Bis 13.2.45 0.00 Uhr sind die Brücken westlich der Oder zu bereinigen. Sofortmaßnahmen sind notwendig.
Die beabsichtigten Angriffe des Korps wurden zeitlich vorverlegt. Das Korps kommt zu dem Entschluß, der auch von den ausnahmsweise
zum Korps befohlenen Divisions-Kommandeuren gebilligt wird, den Schwerpunkt auf den inneren Flügel der Div. Döberitz und Berlin zu
verlegen, dort an die Oder durchzustoßen, um von da aus nach Südosten und Südwesten einzuschwenken, um die Brückenköpfe Kienitz und
den westlich von Zellin zu beseitigen. In Würdigung der Schwierigkeiten der Artillerie wird der ursprünglich gewählte Zeitpunkt
6.00 Uhr aufrecht erhalten (Anlage 34).
Eintreffen des Div.-Kdrs., Oberst Voigtsberger, Div.-Stab Berlin, Stab Art.Rgt. 309, II./653, Stabs-Battr. und 2./le Art.Rgt.309.
Gegen Abend 17./Volks-Art.Korps 404 (23 cm Mörser). Kdr. des Volks-Art.Korps, Oberst Moser, meldet sich beim Korps-Gefechtsstand in
Quappendorf.
In Gesprächen mit der Armee weisen Chef und Ia ständig auf Mangel an Art.Munition hin.
Ko.Pi.Fü. hat erneut Besprechungen bei der 606.I.D. über den Einsatz der Pioniere. Er überprüft die Brücke bei Hohenwutzen (Anlage 35).
Wege weiterhin verschlammt. Überschreiten der Oder durch einzelne Schützen noch möglich.

Wetter:
Regen und Schneeschauer. Eisdecke wird rissig.

Zugänge:
II./653,
14./653,
Div.Stab Berlin,
Rgts-Stab A.R.309.


Abgaben:
25.Pz.Gren.Div. mit unterstelltem Nbl.Werfer-Rgt.52, mit II./52 und I./15,
Flak-Bttr. mit 1./337 u.2.371, Verspr.Btl.Freienwalde.


Generalkommando CI.A.K. (Ia) 20147/45 geh.
O.U.,den 11.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1.) Südwestlich Kienitz gelang es, die HKL. gegen schwachen Feindwiderstand um etwa 100 m vorzuverlegen. Gegen 11.00 Uhr feindliche Bereitstellung etwa
    in Btl.-Stärke 1 km südostwärts Gross-Neuendorf durch zusammengefasstes Art .-Feuer zerschlagen. Auf dem Wege Klewitz-Kalenzig wurde reger Strassenverkehr
    in beiden Richtungen beobachtet. Bei Ortwig nahm Feind in den frühen Morgenstunden nach starkem Pak-Feuerüberfall 1 Gehöft 1 km nordwestlich Ortwig.
    Um 2.30 Uhr griff Feind in mindestens Btl.-Stärke aus Loose nach Südwesten an. In hartem Kampf wurde eigene HKL um etwa 350 m zurückgedrückt.
    Bei Tagesanbruch einsetzender Gegenstoss brachte etwa 100m Bodengewinn. Um 16.00 Uhr angesetztem Angriff in Rgt.-Stärke gelang es, gegen starken
    Feindwiderstand etwa 200 m über die Linie von heute morgen hinauszukommen. Um 17.30 Uhr feindlicher Gegenangriff mit starker Art.- und
    Salven-Geschütz-Unterstützung. Eigene Truppe auf Ausgangsstellung vom Vortage zurückgeworfen. Bei Güstebiese früh morgens erfolgloser Feindvorstoss
    in Komp.-Stärke. Feind-Art. schoss auch auf südwestliche Zufahrt zur Brücke Zäckerick ein.
    Im Brückenkopf Zellin und im linken Korpsabschnitt feindliche Luftaufklärung durch JL 2 (4 Maschinen) .

    Feind verstärkt sich laufend im gesamten Korps-Abschnitt, besonders im Raum Kienitz, Gross-Neuendorf und Zellin.
4.) II./653, 14./653, Div.Stab "Berlin", Rgt.-Stab A.R. 309.
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) Wie befohlen.
8.) Liegen noch nicht vor.
9.) Wege weiterhin verschlammt, Eisdecke beginnt rissig zu werden. Überschreiten durch einzelne Schützen noch möglich. Eisdecke teilweise bis 50 cm
    überspült. Nachts Frost, tagsüber wärmer, vereinzelt Regen- und Schneeschauer.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Volks-Art.Korps 404 wird zugeführt. Vorbereitung des Angriffs zum Zerschlagen der fdl. Brückenköpfe gemäß Führerbefehl.
12.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
9.50 Uhr Chef AOK 9, Oberst i.G.Hölz, trifft zur Besprechung mit dem Kdr.Gen. beim Korps ein.
Der Ko.Pi.Fü. legt im Bereich der Div.Berlin Einzelheiten für das Anstauen des Friedländers- und Hauptkanals fest.
Volks-Art.Korps 404 wird mit den eingetroffenen Teilen aus seinem jetzigen Einsatz gegen den Brückenkopf bei Zellin herausgelöst und dem XI.SS-AK zugeführt
(Anlage 36).
Der angesetzte Angriff bringt infolge beschränkter Munitionslage nicht den erwarteten Angriffserfolg. Das Korps bringt der Armee gegenüber zum Ausdruck, daß der Kampf
gegen den Brückenkopf ein ausgesprochener Angriff gegen ausgebaute Feldstellungen ist. Unser Angriff löst einen planmäßig vorbereiteten sowjetischen von 2 Divisionen
aus, der aus dem Raume von Sydowswiese und Groß-Neuendorf mit Stoßrichtung Südost geführt wird. Der feindliche Angriff hat örtliche Erfolge und zwingt zum Einstellen
des eigenen Angriffs der beiden Divisionen, die sich zur Abwehr gliedern müssen, was durch Einsatz der restlichen Art.Mun. unterstützt wird.
Der Abend des 12.2. ist hinsichtlich der Lage kritisch (Anlage 37).

Wetter:
Leichter Schneefall.


KTB CI.A.K.:1)
Anlage 37
Geheim

An A.O.K. 9

nachr.: XI.SS-A.K.
        Oder-Korps
        Div. „Berlin“
        Div. „Döberitz“
                Div.z.b.V.

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 12.2.1945:


1.) Im Angriff entlang der Trepnitz-Linie gewann Rgt. „Grossdeutschland“ und Rgt.300 eng aneinandergelehnt die Straße Gross-Neundorf – Ortwig
    bis zum Berührungspunkt mit der Eisenbahn. Starkes feindliches Feuer aus zahlreichen, schwer erkennbaren Nestern und aus Stützpunkten
    ausgebaute Gehöfte brachte weiteren Durchbruchsversuch zum Scheitern. Gegenangriffe aus Gross-Neundorf drückte vorderste Teile beider Rgt.,
    die zudem aus Gegend Bahnhof Neundorf und Ortwig stark flankiert wurden, fast bis in die Ausgangsstellung (südlich der Straße) zurück.
    Gehöft 1km ostwärts Ortwig (nördlich der Strasse) wechselte in harten Kämpfen mehrmals den Besitzer un dblieb in Feindeshand.
    Im Raum Sydowswiese erreichte eigener Angriff gegen 9 Uhr Zusammenfluss Oder – Alte Oder. Nach Abwehr eines durch Panzer unterstützten
    Gegenstoßes: Angriff nach Norden unter Wegnahme von 2 feindlichen s.Pak. Nach planmäßiger Vorbereitung mit Art., 22 Batterien allein auf
    Abschnitt Rehfeld – Gross-Neuendorf, Gr.Werfer, s.Pak und Salvenschützen ab 14.10 Uhr trat Feind um 14.30 Uhr (anscheinend durch eigenen
    Angriff vorzeitig ausgelöst, mit Masse von 2 Divisionen, verstärkt durch Panzer im Raum zwischen Sydowswiese und Gross-Neuendorf zum
    Angriff an. Feindeinbrüche westlich Gross-Neuendorf, nördlich Amt Kienitz, südlich Amt Kienitz und etwa 1,5 km nordwestlich Rehfeld.
    Amt Kienitz wird gehalten. Gegenangriffe in Btl.-Stärke verstärkt durch Sturmgeschützzug in Richtung Amt Kienitz, in Komp.-Stärke mit
    3 Sturmgeschützen in Richtung nordwestlich Kienitz angesetzt. Die erbitterten Kämpfe dauern an. Bei Karlsbiese erreichte eigener Angriff
    in Rgt.-Stärke gegen zähen Feindwiderstand Wegeknick am Nordausgang Karlsbiese und Oderdamm nördlich davon. Im Raum Güstebiese blieb in
    den gestrigen Abendstunden eigener Angriff auf Brückenkopf westlich Einmündung Alte Oder in Oder nach guten Anfangserfolgen liegen.
    Wiederholung des Angriffes blieb erfolglos. Neunmalige feindliche Gegenangriffe. Ostwärts der Oder reger Fahrverkehr, Panzergeräusche
    bei Grüneberg.
2.) An Hand der Karte gegeben.
6.) Siehe besonderes Fernschreiben.
7.) Abwehr erwarteten feindlichen Gross-Angriffes auf alte HKL.
8.) Werden nachgemeldet.
9.) Nach Niederschlag erneute starke Verschlammung, leichter Schneefall. Eis ohne Hilfsmittel für Inf. nicht passierbar.
10.) Erhebliche Ausfälle, Zahlenmeldung erfolgt durch IIa/IIb.

Für das Generalkommando CI.A.K.
Ia Nr. 20166/45 geh.
Der Chef des Generalstabes

i.A.(gez.) Witte
Major i.G.


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Angriff schlägt infolge Munitionsmangel nicht durch u.löst russischen Gegenangriff in Stärke von 2 Divisionen aus.
Befehl an Division über Abschirmung der Fernsprechnetze feindwärts.

13.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Oberst Koch, Kdr.Fla.Rgt.182, meldet sich früh beim Chef.
Zwei Abt. seines Rgts. werden dem Korps zugeteilt. Nachrichten-Komp.661 wird dem Korps unterstellt und geschlossen der 606. J.D. zugeführt.
Kdr. Gren.Rgt.653 wird zum Kampfkommandanten von Letschin ernannt.
Korpsbefehl Nr.6 (Anlage 38): Div.gliedern sich in der alten HKL zur Verteidigung unter ausgesprochener Tiefengliederung und Ausschalten
starker, jederzeit einsetzbereiter Reserven. Dem Kampf der Inf. mit Unterstützung schwerer Waffen kommt besondere Bedeutung zu.
Starke Aufklärung ist zu betreiben.
OB der Armee, der 11.30 Uhr beim Korps ist, erklärt sich mit allen Maßnahmen einverstanden.
Ko.Pi.Fü. überprüft Sperr- u. Sprengvorbereitungen an der Brücke Zäckerick, sowie den Sperrausbau innerhalb der Ortschaften westlich der Oder
im Bereich der 606.I.D.
Er erkundet die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse in den Poldern des Nieder-Oderbruches (Anlage 39).
Beim Ordnen der Verbände in der Nacht vom 12. auf 13. gelingt es dem Gegner im Abschnitt der Div.Berlin im Raum zwischen Sydowswiese und
Groß-Neuendorf mehrere Einbrüche zu erzielen.
Im Laufe des 13.2.45 setzt der Russe ständig seine Versuche fort, aus dem Brückenkopf heraus in westlicher und südwestlicher Richtung Boden
zu gewinnen. Im Laufe des Tages wird der feindliche Angriff in erbitterten Kämpfen aufgefangen, die anfänglichen Erfolge des Feindes zunichte
gemacht. (Anlage 40).

Wetter:
Diesig, leichter Schneefall, Eis über Oder kaum passierbar.

Zugänge:
II./Gren.Rgt.652,
von Gren.Rgt.653, Rgts.-Stab, Stabskompanie und
13. Kompanie,
3./(Fla)Pz.Jg.Abt.Bln.
II./Fla.Rgt.182.

Abgabe:
I. u. IV./V.A.Korps 404.

KTB CI.A.K.:1)
Anlage 40
Geheim
An XI.SS-A.K.

   Oder-Korps
   Div.„Berlin“
   Div.„Döberitz“
   Div.z.b.V. 606

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945

1.) In der Nacht vom 12. auf 13.2. gelang es Feind mit starker Art.- und Salvenschützen-Unterstützung durch eigene im Aufbau befindliche
    Sicherungslinie aus Richtung Kienitz nordwestlich Freigut vorbei und auf Amt Kienitz aus Richtung Neuendorf über Fuchsberge und
    entlang Straße auf Ortwieg mit stärkeren Kräften durchzustossen. Bei Gehöften 1 km nordwestlich Freigut wurde Feind in den frühen
    Morgenstunden durch eigene Gegenangriffe aufgefangen und auf den Graben nordwestlich Freigut nach Nordosten zurückgeworfen.
    In harten wechselvollen Kämpfen und gegen mehrere feindliche Gegenstöße wurden sämtliche Gehöfte südlich dieses Grabens in Besitz
    genommen. Nach schwerem Art.- und Salvenschützbeschuss, durch den die zwei angfreifenden Komp. hohe Ausfälle hatten, gewann Feind
    3 Gehöfte 1 km nordwestlich Freigut (südlich des Grabens) zurück. Bei Feindangriff in Amt Kienitz wurden 4 Panzer bewegungsunfähig
    geschossen. Eigene Besatzung von Kienitz am Westrand des Ortes zurückgedrängt. Nach Auffang feindlichen Angriffs westlich Fuchsberge
    in den frühen Morgenstunden trat Rgt.300 (rechtes Rgt.Inf.Div. „Döberitz“) mit einem Btl., von Sturmgeschützen unterstützt, um
    15.30 Uhr zum Angriff an und nahm nach hartem Kampf die Höhe. Eigener Gegenstoß im Morgenraum zur Wiedergewinnung Gehöfte 1 km
    ostwärts Ortwig blieb erfolglos.
    Im Abschnitt 606I.D. frühmorgens verstärktes feindliches Feuer schwerer Inf.-Waffen auf Oderdamm südlich Zollbrücke. Feindlicher
    Angriff auf Güstebiese – Loose in Zugstärke abgewiesen. Feindangriff in den Abendstunden von Nordwesten auf Sydowwiese zur Zeit noch
    im Gange. Weitere Meldungen fehlen. Eigener planmäßiger Gegenangriff mit einem Btl. zur Gewinnung des Grabens nordwestlich Freigut
    für die Nacht angesetzt.
2.) Siehe übersandte Pendelkarte.
4.) Zuführungen zu Div. „Berlin“:
    II./Gren.Rgt.652,
    Rgt.-Stab, Stabs-Komp. und 13.Komp./Gren.Rgt.653,
    3./(Flak)Komp. Pz.Jg.Abt. „Berlin“,
    2 Abt. Flak-Rgt. 182.
    Abgabe:
    I.u.IV.Abt. Volks-Art.Rgt. 404.
5.) Div.z.b.V.606: Alt-Gaul
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) Siehe Fernschreiben.
8.) Rgt.302: 25 Scharfschützenabschüsse.
    Bei Div. z.b.V. 606 1 ehemaliger Kriegsgefangener aus dem Kriegsgefangenen-Lager Küstrin-Neumark gefangen genommen.
9.) Diesig, leichter Schneefall, Regen, Wege stark verschlammt.
    Wasser an der Oder steigend.
10.) Wird nachgemeldet.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr. 20195/45 geh.

Nachtrag zur Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945:

Nach übereinstimmenden Feststellungen der Truppe (vB.-Stellen der Inf. und Art. und Gefangenenaussagen) handelte es sich bei den
Feindkräften die am 12.2. im Abschnitt Kienitz -  Gross-Neuendorf zum Angriff antraten, um starke Teile von 3 Div.. Anscheinend
wurde der Gegner durch den gleichzeitigen Angriff auf der ganze Front zwischen Sydowswiese - Gross Neuendorf überrascht.
Das Korps ist der Ansicht, dass der Gegner durch den Angriff entlang der Trennungslinie zwischen Div. "Berlin" und "Döberitz"
dazu veranlasst worden ist in der Mitte seiner Brückenkopffront anzutreten, um die eigenen, im Angriff befindlichen Verbände
zu überlaufen und damit seinen Brückenkopf zu erweitern.
Die wirkliche Stärke in seinem bisherhigen Brückenkopf, welche trotz laufender Luft- und Erdaufklärung nicht in vollem Umfange
bekannt war, trat nun zu Tage. Dass es trotzdem gelang den Gegner nach etwa 2 km tiefen Einbrüchen aufzufangen, ist in erster
Linie auf die bewegliche Kampfführung der unterstellten Verbände, die starke Unterstützung des Volks-Art.Korps und die
Bodenverhältnisse, die einen Einsatz von Panzern in grösserer Anzahl verinderten, zurückzuführen.
Auf die auf Grund der GEsamtlge notwendig werdende Abgabe des Volks-Art.Korps entstehende Schwächung der Abwehrkraft des Korps
wird hingewiesen, besonders an Kalibern über 10cm. Flak-Rgt.182 muss erst beweisen, dass es einen brauchbaren Ersatz darstellt,
abgesehen davon, dass Rohrzahl und Kaliber in ihrer Wirkung wesentlich geringer sind.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr.20195/45 geh.


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Weitere russische Angriffe aus Brückenkopf Kienitz nach Westen und Südwesten.
Als Versprengter der zerschlagenen 18.Pz.Gren.Div. wird Lt.Poppensieker mit 1 Kf. und 1 Schreiber im Einverständnis mit ANfü zum Stab Ko.Nafü als
Funk­Sachbearbeiter kommandiert.
11 Uhr
Durch ANfü wird dem Korps die Nachr.Kp.d(mot) 661 (bisher eingesetzt bei Korück 532) zugeführt, der Inf.Div.z.b.V.606 unterstellt und die
dort eingesetzten Teile der Nachr.Komp.832 herausgelöst.
Komp.Chef Hptm. Richter.
Stärke: 2 Offz., 41 Uffz., 148 Mann.
2 le.Fe.Tr.3, 2 Inst.Tr., 2 m.Fe.Tr.12 (mot), 2 m.Fe.Tr.12 (besp.), 1 Blankdr.Tr., 1 m.Fe.Betr.Tr.40, 1 Fu.Tr.100 MW, 1 Fu.Tr.80 MW, 3 Fu.Tr.5 MW,
2 Tofu.Tr. 6 MW.
14.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht Gefechtsstände der Div. Döberitz und Berlin auf. Er weist auf folgendes hin: An Trennungslinien der Div. besonders auf Sicherung der
„Naht“ halten. Alte Oder muß so gesichert sein, daß Russe keineswegs einsickern kann. Beide angreifenden Div. müssen Nahtkommandos haben, die engste
Verbindung untereinander halten. Der Russe muß dauernd in Bewegung gehalten und beunruhigt werden. Beobachtung und Erkundung von Bereitstellungen

sind von ausschlaggebender Bedeutung. Art.Munition nicht verkleckern, sondern nur auf Befehl des Div.Kdrs. einsetzen. Aus den kommenden Marsch-Btl.
sollen Artilleristen herausgesucht werden. Gen.Major Hübner betont, daß Stellungen von vorn stark ausgebaut werden, besonders bei Neu-Lewin.
Div. benötigt dringend Minen und Stacheldraht.

Bei 309 soll die Ausbeulung in Richtung Letschin nicht durch Ansetzen eines Btl.herbeigeführt werden, sondern durch Zerschlagen mit Art.Feuer und
Ansetzen von Stoßtrupps.

Ko.Pi.Fü. erkundet eine Pegelstelle an der Oder bei Neu-Glietzem. Meldeweg für Ablösung ist sicher gestellt.
Straßenbrücke Zäckerick ist durch Art.Volltreffer gesprengt worden (Anlage 42).
Im rechten Abschnitt des Korps werden mehrere Stoßtrupps gegen den Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, ebenfalls ein Angriff gegen den Raum
Sophiental-Rehfeld. Bei einem eigenen Angriff auf den Jesargraben werden 4 fdl. Panzer vernichtet und ein weiterer bewegungsunfähig geschossen.

Hier und im Abschnitt vor der Div.Döberitz verstärkt sich der Feind laufend. Im mittleren Abschnitt dieser Div. geschieht der Feind erstmalig mit
Phosphorgranaten. Im linken Korpsabschnitt bei 606.J.D. lebhafte Luftaufklärung und Tieffliegertätigkeit. (I.L.2) (Anlage 43).

Der rege Übersetzverkehr und das Einschieben neuer Verbände, sowie das Auftreten eines Art.Korps lassen auf Durchbruchsabsichten des Russen
schließen. Korps befiehlt Verhinderung feindlicher Durchbrüche im Abschnitt Genschmar – Zäckerick und Verengung der fdl.Brückenköpfe, indem

dem schwächere Feindteile ständig angegriffen werden.
Flakverbände bleiben den Div.Kdrs. gestattet.
Kdr.Fl-Rgt.182 tritt als Fl.Fü. zum Korpsstab CI. Neue linke Grenze zum Oderkorps: Liebenwalde ausschl. Eberswalde ausschl.,

Altranft einschl.Neurüdnitz einschl. – Punkt. 4, Alt-Rüdnitz – Grüneberg ausschl. – dann wie bisher (Anlage 44).
Eisdecke der Oder rissig, mit offenen Stellen, jedoch insgesamt noch zusammenhängend. Eisstärke 8 – 15 cm.

Wetter:
trübe, regnerisch, Eisdecke überspült.

Zugänge:
Nachr.Kp. 661.
Abgaben:
Marine-Alarm-Kp.Bismarck.

KTB CI.A.K.:1)
Generalkommando CI.A.K.
Abt. Ia Nr. 20221/45 geh., O.U., den 14.2.45
Tagesmeldung an A.O.K. 9:

1. Bei I.D. Berlin nachts mehrere fdl.Stoßtrupps gegen Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, 1 fdl.Spähtrupp vernichtet.
   Feindangriffe von NO gegen Raum N Sophiental – Rehfeld und aus Norden gegen Sydowswiese in Kp.-Stärke teilweise im
   Nahkampf abgewehrt. Über W.F. ostw. Sydowswiese fdl.Übersetzverkehr; dabei 3 „T 34“.

   14.50 Feindangriff mit je 1 Kp. aus gedeckten Stellungen südl. Jesargraben (2km ONO Letschin) nach SW, S und SO in
   ganzer Breite abgewiesen.

   16.00 Uhr eigener Angriff gegen Jesargraben. In hartem Kampf 2 Gehöfte genommen, 4 fdl.Panzer vernichtet, 1 weiterer
   bewegungsunfähig geschossen (2 Pz. vermutlich „Josef Stalin“). Wird noch nachgeprüft. Weitere 5 Feindpanzer bei Amt
   Kienitz und westl. Groß-Neuendorf beobachtet. Feind verstärkt sich laufend in diesem Abschnitt.
   Bei 303.I.D. verstärkt sich Feind vor rechtem Flügel und hält Ostteil Fuchsberge (2 km westl. Groß-Neuendorf)
   gegenüber eigenem Angriff. Fdl.Angriff in Kp.-Stärke wird abgewiesen. Eigener Angriff aus Whs. (1 km NO Ortwig)
   dringt in den Stützpunkt ein, dabei 1 fdl.Pak vernichtet; im fdl. Gegenstoß gehen Whs. unter starken Verlusten für
   den Feind wieder verloren. Fdl.Stoßtrupp NO Ortwig abgewiesen.

   Im mittl. Div.-Abschnitt seit heute vormittag erstmalig Phosphorgranatbeschuß, besonders auf Gieshof. Übersetzstelle
   bei Fähre Zellin tagsüber laufend vernebelt.
   Im Abschnitt Div.z.b.V.606 vormittags lebhafte fdl.Luftaufklärung. Um 17.30 Uhr Artl.-Volltreffer auf Strombrücke
   zum Brückenkopf Zeckerick, dabei 1 Brückenbogen der zur Sprengung vorbereiteten Brücke zerstört.
   Im gesamten Korpsabschnitt fdl. Tieffliegertätigkeit (IL 2).
2. An Hand der Karte gegeben.
4. a) Zuführungen: Nachr.Kp. 661 zu I.D.606.

                   restl. Versorgungstruppen zu I.D.Berlin.b)
   b) Abgaben: Marine Alarm-Kp. Bismarck.
6. siehe bes. Fernschreiben.
8. 4 Panzer vernichtet, 1 Pz. bewegungsunfähig geschossen; 1 Pak.

   Pz.-Abt. 303 (mit Teilen Rgt. 300) meldet als Erfolg:
     13.2.45: 2 vernichtete Pak, 9 M.G., 8 Pz.-Büchsen (Nachmeldung)
     14.2.45: 3 vernichtete Pak, 1 s.M.G., 2 le.M.G., 4 Pz.-Büchsen.
9. Trübe und regnerisch, Wege weiterhin verschlammt. Eis bei Brücke Zäckerick durchschnittlich 12 cm, mit 5 cm Wasser bedeckt.
10. Siehe IIa/IIb – Meldung.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Kdr.Fl.Rgt.182 tritt als Flak Fü. zum Korpsstab.
Gefechtsstand in Wriezen wird angeschlossen. Konafü bezieht neuen Gefechtsstand in Wriezen Lehmpuhlstr.
11.30 Uhr
Chef HNW Gen.d.Nachr.Tr.Praun mit I/1 Major Grunwald orientiert sich bei Konafü über Nach-
richteneinsatz im Korps, Stärke u. Ausstattung der Nachr.- u. Tr.-Nachr.-Verbände. Zuführung einer weiteren
gem.Nachr.Komp. in Aussicht gestellt.
15.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. ist auf Gefechtsstand der 606.I.D. und weist auf folgendes hin: Wechselstellungen für Art. planmäßig und
tatkräftig vorbereiten, Nahtkommandos zur 606. u. Döberitz überkreuzt einsetzen! System. Ausbau der Stellung,
weiterhin verstärkte Scharfschützenausbildung vorbereiten. MG und s.MG  aus der Tiefe wirken lassen. Kp. nicht stärker als 70 Mann,
Reserven aus freiwerdenden Männern machen (Anlage 45).
Eis.-Bahn-Brücke Zäckerick wird um 13.20 Uhr gesprengt.
Besprechung mit Major i.G.v.Grävenitz über zusammengefaßten Einsatz der Pi.-Einheiten am Hauptgraben Friedländer Damm.
Im Abschnitt der Div.Berlin werden mehrere fdl. Stoßtrupps, sowie 2 Angriffe in Kp.-Stärke abgewiesen.
Ein eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens wird angesetzt.
Reger Verkehr über Brücken zwischen Kienitz und Bälse.
Vor Div. Döberitz vermehrte Schanztätigkeit des Feindes und ebenso starker Fahrzeugverkehr. Sonst Ruhe vor dem ganzen Div.-Abschnitt.
Bei der Div.z.b.V.606 während der ganzen Nacht Feuerüberfälle und Angriffe auf den Brückenkopf Zäckerick, die sich auch über den Vormittag
erstrecken. Die Besatzung des Brückenkopfes unter Obstl.Bählkow schlägt alle Angriffe ab. Durch die Tatsache, daß die Straßenbrücke
zerstört und die Eisenbahnbrücke durch einen zerschossenen Eisenbahnzug gesperrt ist, wird die Versorgung des Brückenkopfes bei
derzeitigen Eisverhältnissen außerordentlich schwierig. Der Russe erkennt das und greift in Btl.-Stärke Alt-Rüdnitz an und dringt in den
Ort ein. Damit ist die letzte Rückführungsmöglichkeit der Besatzung abgeschnitten.
18.20 Uhr gibt Ia der Armee an Major Witte die Genehmigung, den Brückenkopf Zäckerick zu räumen. Oberst i.G.Danke spricht mit Ia Oder-Korps
über Unterstützung der Räumung. Besatzung schlägt sich dann mit allen Waffen und Mitnahme der Verwundeten unter Vernichtung zweier den
Rückzug sperrenden Pak’s durch. Alle Geschütze wurden im Mannschaftszug zurückgebracht (Anlage 46 u. 47).

Wetter: leicht bewölkt.


Kriegstagebuch CI.A.K.:1)

Generalkommando CI. A.K.
(Ia) Nr. 20226/45 geh.
O.U., den 15.2.1945

Geheim

Tagesmeldung an A.O.K. 9:

Bei Div. Berlin in der Nacht vom 14./15.2. mehrere fdl. Stoßtrupps gegen Sydowswiese, Sophienthal und Rehfeld, sowie 2 Angriffe
in Kp.-Stärke aus dem Raum nördl. Sophienthal gegen äuseren Oderdamm unter Vernichtung einer Feindpak und eines s.M.G. abgewiesen.
Eigener Spähtrupp brachte aus dem Raum nördl. Sophienthal 2 fdl. s.M.G. ein.
Ab 14.00 Uhr erneuter eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens (3 km südwestl. Bhf. Kienitz) unter Ansatz je einer
Kampfgruppe von Osten und Westen entlang des Jesar Graben sowie ab 16.00 Uhr unter Ansatz einer 3.Kampfgruppe von Süden.
Kampf dauert an.
Auf Brücke zwischen Kienitz und Hälse während des ganzen Tages reger Verkehr beobachtet, dabei 1 Panzer und 1 Btl. festgestellt.
Bei Div.Döberitz vermehrte Schanzätigkeit des Feindes. Starker Übersetzverkehr an der Oder westl. Zellin. Übersetzstelle wurde
eingenebelt. Auffallende Ruhe vor gesamtem Div.-Abschnitt.
Bei Div.606 von 7.00–7.30 Uhr Artl.-Feuerüberfall auf Brückenkopf Zäckerick und NW.davon aus ostwärtiger und nordost Richtung.
Während des ganzen Tages wiederholte Feuerschläge auf Brückenkopf und Brücke. In der Nacht laufend Kp.-starke Angriffe gegen
den Südteil Brückenkopf abgewiesen. In den Morgenstunden Wiederaufnahme der fdl. Angriffstätigkeit, alte HKL in eigener Hand.
14.50 Uhr weiterer Feindangriff auf Ostteil Brückenkopf abgeschlagen. Aus Norden und Osten weiterhin Vorfühlen fdl. Stoßtrupps.
Verstärktes Artl.-Feuer (7 Bttr.) und Gr.W.-Feuer verursachte größere eigene Verluste.
13.20 Uhr Eisenbahnbrücke, die durch einen zusammengeschossenen Eisenbahnzug unpassierbar war, gesprengt.
Fdl.Ziele im Raum Kalenzig, Kienitz, Amt Kienitz, Groß-Neuendorf und Fuchsberge wurden wirksam durch eigene Artl. bekämpft.
Artl.-Störungsfeuer auf Ansammlungen, Bereitstellungen, Übersetzverkehr bei Kienitz und Kalenzig. Bei Kalenzig eine fdl. Fähre,
besetzt mit etwa 1 Komp., durch Volltreffer versenkt.
Im gesamten Korpsabschnitt verstärkte fdl. Tiefflieger- und Luftaufklärungstätigkeit (IL 2 u. Ratas).
2. II./Fhj.Gren.Rgt.1242.
8. Div. Berlin: 1 Pak, 1 s.M.G. vernichtet; 2 s.M.G. erbeutet.
   1 Fähre besetzt mit 1 Komp. versenkt.
   Div.Döberitz: 1 Pak vernichtet, 1 Pak zum Schweigen gebracht, 6 Scharfschützenbeschüsse.
   Div.606: 2 Überläufer (Bessarabier).
9. Kühl, trocken, wechselnd bewölkt, Wege weiterhin verschlammt.

Generalkommando CI.A.K., Abt. Ia.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps: 1)
Geheim
Generalkommando CI.A.K., Korps-Gef.-Stand, den 15.2.45

Fahrtenbericht

Kdr. General spricht bei Gefechtsstand der Div. 606 vor.
Auf folgende Punkte weist Kdr. General hin:
Wechselstellungen für die Artillerie sind planmäßig und tatkräftig vorzubereiten, damit die Batterien beim Angriff in der
Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Eine Flak-Abteilung wird der Division neu zugeführt. Sie ist im Artl.-Einsatz bewandert und wird auch den anderen
Flak-Batterien entsprechenden Rückhalt bieten können.
Besonders sorgfältige Überwachung an den „Nähten“. An der Naht der Div.303 und 606, alte Oder, müssen die Gefechtskommandos
über Kreuz eingesetzt werden, also bei der Div. 606 das Btl.„Brandenburg“ und umgekehrt. Überwachung der Nähte bei den
Rgtern. und Btlnen. ebenso.
Systematischer Ausbau der Stellung nach rückwärts auch durch die örtlichen Reserven.
Scharfschützen-Ausbildung sobald sich nur Gelegenheit dazu bietet; was bei 606 bisher sehr schwierig war.
M.G. aus der Tiefe wirken lassen, nicht alles in die HKL; vor allem keine s.M.G. Häufig Beunruhigung des Feindes durch
indirektes Schießen.
Kompanien nicht stärker als 70 Mann machen; im anderen Falle besteht die Gefahr, daß die jungen Komp.-Führer zu viel in
die HKL stecken. Aus freigewordenen Männerreserven in der Tiefe bilden.
Von General Goltzsch wird erwähnt:
Mun.-Lage der Flak sei sehr schwierig; AZ wird dringend gebraucht. (An Rittmeister Lemcke weitergegeben. Rittmeister Lemcke
setzt sich diesbezüglich mit Oberst Koch, z.Zt. noch Seelow 379, in Verbindung.)
Für den Nachschubverkehr der Division fehlt dringend Gerät.
(Mit Rittmeister Lemcke besprochen; bisher haben die 20 to. Tonnage auf Kraftwagen und sonstigen behelfsmäßigen
Bespannfahrzeugen gerade ausgereicht. Rittmeister Lemcke nimmt sich der Sache weiter an.)
Im Kampfgelände ist die Versumpfung z.Teil so stark, daß sie die Tiefe einer Mistgabel erreicht (etwa 1,30 bis 1,40 m).
Abseits der Straßen ist dort eine Bewegungsmöglichkeit auch für schwere Panzer ausgeschlossen.
Die 6 10,5 Flak-Geschütze sind nach hinten herausgezogen worden. Mit Rücksicht auf das vorgeschilderte Gelände sind
Stellungen abseits der Straße mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Kriegstagebuch CI.A.K.:1)
Generalkommando CI. A.K., Korps-Gef.-Stand, den 16.2.45

Fahrtenbericht

Kdr. General besucht die Gefechtsstände vom Rgt.Krieg und der Rgter. 301, 302 und 300 auf.

Allgemeine Hinweise:
Die gestellte Aufgabe erfordert, daß wir dem Russen ständig an der Klinge bleiben und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen.
Stoßtruppunternehmen um die Widerstandsnester herauszubrechen.
Truppe ständig dazu erziehen, in die Erde zu gehen.
Ausbildung mit allen Mitteln betreiben, insbesondere Förderung der Scharfschützen.
Kampf aus der Tiefe; s.M.G. gehören nur in ganz besonderen Ausnahmefällen vereinzelnd in die HKL, sonst rückwärts einsetzen.
Jede Einheit bis zum Zug hinunter Reserven bilden für sofortige Gegenstöße. Klare Aufgaben für die Reserven.

Sicherung der "Nähte".
Die schweren Waffen nicht in die Tiefe verlegen, sondern zusammenfassen zur Schwerpunktbildung.
Stellungsausbau in mehreren Linien hintereinander. Diese Stellungen aber auch besetzen, sonst sind sie wertlos. Der Ausbau
wird auch am besten gefördert, wenn die Leute darauf angewiesen sind, in den Stellungen zu bleiben.
Jeder Gefechtsstand, auch der des Rgts., ist Stützpunkt in der Tiefe und muß entsprechend ausgebaut sein.

Einzelheiten:
Rgt.Krieg: Gefechtsstärke etwa 1 800 Mann, davon 450 Fahnenjunker, 720 Volkssturmmänner, der Rest normaler Ersatz.
           Kompanien nicht stärker machen als 50 bis 60 Mann, aber dafür eine eingeschworene, zuverlässige Gemeinschaft.
           Ausbildung besonders wichtig, auch der Trosse. Marschdisziplin.
           Fahnenjunker auf die einzelnen Komp. verteilen, damit sie den übrigen Männern einen starken Rückhalt bieten.
           Bei jeder Kompanie sind etwa 50 Sturmgewehre vorhanden.
           Kdr. General hat zugesagt, daß für Übungen und zu Ausbildungszwecken die Sturmgewehre bereitgestellt würden.
           Endgültige Unterbringung zum Zwecke des Ausbaus einer Stellung.
           Sobald Major Krieg Überblick hat, wird er das, was am nötigsten gebraucht wird, noch ausgeben.
           Augenblicklich nennt er nur Mun. und Geschirre für Pferde.
           Stellenbesetzung wird eingereicht.

Rgt.301, Major Busch:
           In der Alten Oder an der „Naht“ ist eine Sperre zu bauen, um Überrumpelungen zu vermeiden.
           Einsatz der Btle.: 1. Btl. Neu-Lewin, II. Btl. Karlsbiese, Polizei-Btl. Alt-Lewin - Kerstenbruch – Ziegelei.
           Mangel an Munition für Artillerie.
Rgt.302, Führer Major Weber:
           Die Funkgeräte b und d sind nicht in Ordnung. Rgt. nur auf Drahtverbindung angewiesen.
           Mangel an Munition für Granatwerfer und I.G. und Minen.
Rgt.300, Oberstlt.Weber:
           Kdr. General weist auf die Gefahr hin, die sich durch das Vorspringen der russischen Linie bei Ortwig anbahnt.
           Es soll alles versucht werden, um wieder Eckzähne herauszubrechen.
           Munitionsmangel.
           Es wird noch befohlen, ob das Feld-Ersatz-Btl. in den Raum Solikante kommt.


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Feindangriff auf Brückenkopf Zäckerick. Brücke bei Zäckerick gesprengt. Brückenkopf wird über Nacht geräumt.
Leitungs-Skizze. Anl. 6
16.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. besucht die Gefechtsstände der Rgtr.Krieg. 301, 302, 300, siehe Fahrtenbericht (Anlage 48).
Div.606 wird beauftragt, nach K.St.N. 101/V aus eigenen Mitteln 2 Rgts.-Stäbe und Stabskp. aufzustellen.
Hierzu werden als Rgts.Kdr. der Div.606 zugewiesen: Oberst Rohde und Oberst Sator (Anlage 49).
Korps-Pi.-Führer nimmt Verbindung mit O.T. auf, die für den Bau eines zusätzlichen Weges an der Eis.B.-Brücke
Wriezen Einsatzbefehl hat. Rg.Baurat Thiele, von der O.T.-Einsatzgruppe spricht vor.
Während des 16.2. im gesamten Korps-Abschnitt nur eigene Stoßtrupptätigkeit. In den Räumen aller 2 Div. schiebt der Russe seine Art. ein
und führt über die Oder Verstärkung zu (Anlage 50).
Korps befiehlt den Div. die Inbesitznahme zur Verteidigung wichtige Geländepunkte und Verbesserung der alten HKL (Anlage 50 a).


Wetter: Klar.
Zugänge:
III./707 ohne 1 Batterie,
Fhj.Gren.Rgt.1242 u. Rgts.-Truppen.


Kriegstagebuch CI.A.K.:1)
Generalkommando CI. A.K.
Abt. Ia Nr. 20267/45 geh., O.U., den 16.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1.) Div. Berlin: Fdl. Stoßtrupp in den Morgenstunden nördl. Rehfeld im Nahkampf abgewiesen.Tagsüber ruhig. Eigenes Störungsfeuer
    auf Feindbewegungen und Wegekreuzungen.
    Div. Döberitz:
Laut Meldung der 3 Rgt. weitere Feindverstärkung im Raum nordostw. Karlsbiese und SO Ortwig.
    Vermehrte Schanzentätigkeit. Einschiessen und Störungsfeuer fdl. Artl. auf Orte im Div.-Abschnitt. Einnebelung der
    Übergangsstellen bei westl. und südl. Zellin.
    Fdl. Tieffliegerangriffe in den Morgenstunden im Div.-Abschnitt.
    Eigenes Störungsfeuer auf Brückenbau bei Güstebiese.
    Div.z.b.V. 606:
Störungsfeuer mit Gr.W., Pak und Artl. im gesamten Abschnitt der Div. Über dem Div.-Abschnitt verstärkte fdl.
    Luftaufklärung. Sprengung der Flutbrücke Zäckerick wie befohlen.
    Luftaufklärung stellte Wegschwemmung aller Brücken und Stege im Abschnitt Kalnzig und Güstebiese fest.
4.) III./707 ohne 1.Battr.
    Fhj.Gren.Rgt.1242 und Rgts.-Truppen.
8.) Nachmeldung Div.Berlin vom 15.2.: 2 T 34 abgeschossen, 1 Pak und 9 M.G. vernichtet.
    16.2. Div.Berlin: 8 Pak und mehrere Gr.W. zum Schweigen gebracht.
          Div.Döberitz: 2 Pak, 1 M.G.vernichtet, 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter: aufgeklärt, klare Sicht, teilweise bewölkt, keine Niederschläge, Wasser und Wege unverändert.
10.) 1 8,8cm und 1–2 cm Flak bei 606.I.D.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Aufstellung von 2 Btl.-Stäben für Div.606. Nachr.-Züge werden durch die Armee aufgestellt.
Nachr.Kp.832 stellt 8 Funker hierfür ab.
10 Uhr
Besprechung Konafü mit Div.-Nachr.-Führern, Leiter des Postamts Wriezen und Bezirksbaubüher Baubezirk Wriezen über Beschlagnahme
des Postnetzes, Rückführung des Personals der DRP, Überwachung der SR-Gespräche und Organisation des Fernsprech-Melde und Abfragedienstes
gemäß Befehlen AOK.9.
17.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht die Gefechtsstände der Rgtr. Großdeutschland, 653 u. 652 auf. Siehe Fahrtenbericht vom 17.2.45 (Anlage 51).
Korps-Pi.-Führer: Stellungsausbau. Offz. der Führerreserve der 9. Armee eingetroffen.
    Aufstellung:

     Korps: 1 Offz.
       606: 2 Offz.
  Döberitz: 1 Offz.
    Berlin: 1 Offz.
5 Bauräte der O.T. wegen des Staudefektes bei Wriezen zur Besprechung da. Nach-Sprengung bei Brückenkopf Zäckerick durchgeführt.
Überschwemmung bei Sydowswiese nicht nur bei Hochwasser in beschränktem Maße möglich.

Vor Frontabschnitt des Korps ruhiges Feindverhalten.
Feind verstärkt sich laufend. Eigene Art. bekämpft im gesamten Korps-Abschnitt Fahrverkehr und Brückenbau.
Rege feindl. Fliegertätigkeit (Anlage 52).

Wetter:
Klar, dann bewölkt, Nachtfrost, Treibeis.

Kriegstagebuch CI.A.K.:1)
Geheim, Generalkommando CI. A.K. Korps-Gef.St., den 17.2.45

Fahrtenbericht.
==============
Kdr. General sucht die Rgt.-Kdre. der Rgter. Groß-Deutschland, 653 und 652 auf den Gefechtsständen auf und legt für alle
3 Rgter. folgendes fest:
      Wir müssen Herr des Vorfeldes bleiben, die Initiative behalten; Stoßtrupps, Spähtrupps.
      Schwere Waffen nicht verkleckern. Schwerpunkt mit dem Feuer der schweren Waffen bilden.
      Sauber durchgeführte Gliederungen; Reservebildung; Nahtkommandos; Kampf in der Tiefe; Ausbau der Stellungen;
      Kampfstärken; Gefechtsstärken; Scharfschützenausbildung.
Rgt.Groß-Deutschland:
Major Hogrebe.
Rgt.653:
Oberstlt. Pankow.
      Das II.Btl./VII., Btl. Wallisch(?), besteht nur noch aus 1 Offz., 5 Uffz. und 53 Mann. Oberst Voigtsberger, der mit
      zugegen ist, schlägt nach den Unterlagen, die er inzwischen bekommen hat, vor, sämtliche Einheiten von 3./VII.
      aufzulösen und sie der Div. zu überführen. Dadurch würden auch die Stäbe frei, die jetzt keine Verwendung haben.
           Major Weikl, der Kdr. der nordkaukasischen Legion, der als Führer des Alarm-Btls.203 eingesetzt war, soll mit
      seinem Adjutanten, einem Feldwebel wieder zur Verfügung gestellt werden. (Inzwischen hat sich die Armee mit der
      Rückkommandierung einverstanden erklärt; Major Weikl soll sich mit seinem Adjutanten bei der Armee melden.)
           Der Kdr. General bespricht die vordringlichsten Aufgaben des Regiments. (Amt Kienitz, Gehöft in der Nähe der
           Brücke.)
Rgt.652:
Major Puff.
      Schwerpunkt liegt beim rechten Btl.; Gefahr an der Naht.
      Absichten für nächste Zeit: Wiedergewinn Dammhaus.
      Major Puff regt an, ob nicht der neue Oderdamm durch die Luftwaffe zerstört werden könnte, wodurch die Stellungen
      der Russen überschwemmt würden.
      Starker Mangel an Spaten und sonstigem Schanzzeug.

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20282/45 geh.O.U., den 17.2.1945
Geheim

Tagesmeldung vom 17.2.1945:1)
1.) Vor gesamtem Frontabschnitt weiterhin ruhiges Feindverhalten.
    Feind verstärkt sich laufend.
    Bei Div.„Berlin" während der Nacht und am Tage eigenes und fdl. Artl.- und Gr.-W. Störungsfeuer. Feindgehöfte südl.
    Jesargraben sowie Südrand Amt Kienitz tagsüber durch schw. Inf.-Waffen und Artl. bekämpft. Fahrzeugansammlung nördl.
    Klewitz sowie Fährverkehr und Pontonbrückenbau südwestl.Kalenzig durch Artl. wirksam bekämpft.
    Bei Div.„Döberitz" im Abschnitt Rgt.301 fdl. Stoßtrupp in der Nacht abgewiesen. Beiderseitiges Störungsfeuer mit
    Gr.-W. und Pak. Verkehr bei Fähre Zellin hält an.
    Bei Div.606: reger Übersetzverkehr bei Güstebiese mit Kähnen und auf dem Eis, sowie Bau einer Notbrücke durch Artl.
    und Flak bekämpft. Restliche Sprengung an Eisenbahn- und Straßenbrücke Zäckerick durchgeführt. Übergang zerstört.
    Bei linkem Nachbar ging Alt Rüdnitz verloren. Rege fdl.Fliegertätigkeit im gesamten Korpsabschnitt.
8.) Nachmeldung: Div. 606 vom 15.2. 2 fdl.Pak vor Alt Rüdnitz durch 8,8 cm vernichtet.
    17.2. Feindbatterie bei Zellin schweigt nach gut liegendem Artl.-Feuer. Rauchentwicklung aus Stellung.
    5 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter morgens klar, später zunehmende Bewölkung. Nachtfrost. Wege trocknen an der Oberfläche ab. Oder Treibeis.

     Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Oberfunkmeister u. gepr. Beamtenanwärter (N) Dunaiski wird von AOK.9 zum Gen.Kdo. CI.A.K. kommandiert und
mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Techn. Beamten (VN) beauftragt.

18.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Chef des Stabes gibt Befehl zur Vermeidung von Verlusten durch Tiefflieger heraus (Anlage 53), außerdem Befehl zur Aufstellung einer Panzer-Jagd-Komp. (Anlage 54).
Der Russe verhält sich auffallend ruhig, wie an beiden Vortagen. Seine artilleristische Tätigkeit ist etwas stärker, nördlich Sophiental scheint örtliche Ablösung
im Gange zu sein. Südwestlich Kienitz beginnt der Russe mit Verdrahtung seiner Stellung. Das Korps rechnet noch nicht mit einem unmittelbaren Großangriff der Russen,
obgleich die Zuführung von 6000 Kfz. in den Raum beiderseits Küstrin ebenso, wie der Bau von Brücken und Stegen an mehreren Stellen beweist, daß der Russe die
Vorbereitung zum Angriff immer weiter vorwärts treibt.
Fahrt des Chefs in den Raum der Div. Döberitz und Berlin. Aussprache mit dem Ia und dem Kdr. der Div.Berlin und erneuter Hinweis darauf, daß es auf Aktivität
ankommt. Der Russe muß dauernd – mindestens mit gut vorbereitete Stoßtruppunternehmen – angepackt und geschwächt werden. Die voraussichtlich noch wenigen Tage
bis zum Großangriff sind mit allen Mitteln zum Stellungsbau und zur Ausbildung zu benützen (Anlage 55).

Wetter: Nachtfrost.

Kriegstagebuch CI.A.K.:1)
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr.20319/45 geh., O.U., den 18.2.1945
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9:
Feindverhalten im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
1.) Div.„Berlin“:
Nach kurzem Feuerüberfall durch schwere Inf. Waffen auf Gehöft 2 km nordwestlich Greigut (hart ostwärts
    Punkt 8,1) wurde dieses durch Stoßtrupp nach kurzem harten Kampf genommen und Gegner unter blutigen Verlusten geworfen.
    Dabei wurden erbeutet: ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., und 10 Gewehre.
    Geringer Fahrbetrieb bei Kalenzig und Kienitz.
    Div. „Döberitz“:
Eigener Feuerüberfall und Aufklärung gegen Ostteil Fuchsberge. Feindliches Störungsfeuer auf Ortwig
    und Barnim.
    Div. z.b.V. 606:
Früh Übersetzversuche mit 12–15 Kähnen bei Güsterbiese. Feind hat Bau der Holzbrücke bei Güsterbiese
    eingestellt. Weitere Brückenbauarbeiten bei Alt Blessin durch Artillerie der Div. „Döberitz“ und z.b.V. 606 bekämpft.
    Ausfälle beim Gegner und panikartiges Verlassen der Baustelle beobachtet.
    Schanzenarbeiten des Gegners vor Abschnitt der Div. „Berlin“ und „Döberitz“.
2.)
Siehe Pendelkarte.
3.) Siehe Kriegsgliederung.
4.) Siehe Kriegsgliederung.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
8.) Div. „Berlin“:
ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., 10 Gewehre.
    Div. „Döberitz“:
1 LKW durch Artillerie vernichtet, 12 Scharfschützen Abschüsse, 2 Granatwerfer und 1 Pak zum Schweigen gebracht.
9.)
Nachtfrost, Wege trocken, ab. Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A.K., Abt. Ia

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Keine besonderen Ereignisse.
19.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Die im Laufe der Nacht und des Vormittags durchgeführten Stoßtruppunternehmen bei Dammhaus, am Jesargraben und ostwärts Kieshof bringen geringe
Beute ein (Anlage 56).

Keine Änderung des Feindverhaltens. Augenbeobachtung ergibt Bau einer Brücke bei Kienitz, sie wird durch Art. beschossen.
Der Kdr.Gen. des Fliegerkorps wird anläßlich seines Besuches darum gebeten, ständig Aufklärung entlang der Oder fliegen zu lassen und Fertigstellung von Stegen
und Brücken rechtzeitig zu erkennen (Anlage 57).
Die Luftwaffe wird gebeten, Brückenbau Kienitz anzugreifen und sagt diesen Angriff zu.
Durch Zuweisung von Munition und gedrosseltem Verschuß bessert sich die Munitionslage. Auf den anderen Gebieten bestehen keine besonderen Schwierigkeiten
oder Spannungen.
Das Korps rechnet mit Zuführung weiterer Verstärkung des Feindes am diesseitigen Oderufer in spätestens 3 Tagen.
Bis dahin müssen alle zur Verteidigung wichtigen Geländepunkte zurückgewonnen sein.
Für die Divisionen wird folgendes befohlen:
Berlin: Zurückgewinnung Dammhaus und Henriettenhof, Jesar-Graben, Amt Kienitz.
Döberitz: Fuchsberge, Gehöft 1 km ostwärts Ortwig, Gehöfte südwestlich der Linie Nordrand Ortwig – Nordrand Loose.
606: Damm Alte Oder, Oder westlich Gütebiese. (Korpsbefehl Anlage 58).
Besonders erlassener Befehl unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit zur Tiefengliederung in der Verteidigung (Anlage 59).


Wetter: bedeckt, trocken, Oder eisfrei.
Zugänge: San.Kp. 13/III.
Abgang: Marsch-Btl.539.


Kriegstagebuch CI.A.K.:1)
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr. 20369/45 geh., O.U. den 19.2.1945
Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9

Im gesamten Korpsabschnitt während der Nacht beiderseitiges Artillerie- und Granatwerfer-Störungsfeuer.

1.) Div.„Berlin“: Im Zuge der Wiedergewinnung der HKL Jesar-Graben wurden noch am Abend des 18.2. die beiden Gehöfte ostwärts
    Punkt 8,1 vom Feind gesäubert und besetzt.
    Ein in den frühen Morgenstunden gegen Demmhaus angesetztes eigenes Stoßtruppunternehmen mußte trotz sorgfältigster Vorbereitung
    infolge schwersten feindlichen Artillerie- und Granatwerferfeuers zurückgenommen werden.
    Auf im Bau befindliche Brücke bei Wasserfähre Kienitz wurde ein Artillerie-Volltreffer erzielt.
    Ab 16,30 Uhr Feindangriff in Stärke von 2 Kompanien nördlich Sydowwiese. Angriff abgewiesen.
    Feindliche Schlachtflieger griffen während des gesamten Tages mit Bordwaffen und Splitterbomben eigene Stellungen,
    Gefechtsstände und Fahrzeuge an.
    Div. „Döberitz“: Bei Stoßtruppunternehmen gegen feindliche Stellungen ostostwärts Gieshof 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet,
    1 schwerverwundeter Russe gefangengenommen.
    Feind verstärkt sich ostwärts Straße Karlsbiese – Loose.
    In den Vormittagsstunden lebhaftes feindliches Störungsfeuer sowie Feuerüberfall besonders auf Ortwig und Fuchsberge.
    Gegen 11,00 Uhr Vernebelung der Fähre bei Zellin. Flak stört Fährbetrieb.
    Div.z.b.V. 606: In den Morgenstunden dreimaliger Feindangriff in Zugstärke auf Stützpunkt 800 m nordwestlich Brücke Güsterbiese
    abgeschlagen. Feind hatte Verluste. Während der Nacht geringe Bauarbeiten an der Brücke Alt Blessin, tagsüber dort keine Bewegungen
    erkannt.
2.) Siehe Pendelkarte.
3.) ——
4.) a) Zuführung: verstärkte San.-Komp. 13/III
    b) Abgaben: Marsch-Batl.339.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) ——
8.) 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet (Div.„Döberitz“).
    Div.z.b.V. 606: 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Kühl, trocken, bedeckt, Wege leicht gefroren, Oder eisfrei, Wasser 20 cm gestiegen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Keine besonderen Ereignisse.
20.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Der Kdr. General besichtigt Einheiten des Art.Rgt.309 (Anlage 59a).
9.50 Uhr hat Oberst i.G.Danke Ferngespräch mit Oberbefehlshaber Gen.d.Inf. Busse, da die Bekämpfung der im Bau befindlichen Feindbrücken durch jeweils ein Geschütz
durch Abgabe eines Schusses ca. alle 10 bis 15 Minuten durchgeführt wird und das zur Vermeidung der Längenstreuung genau in der Verlängerung der Brückenrichtung
Stellung bezieht. Ob. vermutet, daß der Feind zu seinem Großangriff gleichzeitig mit dem bei Küstrin antreten wird. Er weist weiter darauf hin, daß vor allen
Dingen auf Tiefengliederung gehalten werden muß. Oberst i.G.Danke betont, daß dies im Korps-Abschnitt vorgesehen ist und gerade dieser Punkt vom Kdr. General mit
Nachdruck verfolgt worden ist. Ob. verlangt, daß alle Gefechtsstände nach außenhalb der Ortschaften verlegt werden, daß reichlich vom Spaten Gebrauch gemacht wird
und daß jeder einzelne Posten genaue Anweisung erhält. Auf die Frage des Oberbefehlshabers, ob sich der Russe mit hohen Sprengpunkten einschießt, kann Oberst
i.G.Danke nur darauf verweisen, daß bisher keine Stelle darüber Meldung gemacht hat.

Ein eigener Angriff, vorbereitet durch einen Feuerschlag der eigenen Artillerie und Flak mit Unterstützung von Sturmgeschützen auf Gehöft Fuchsberge und südlich
davon, der in Komp.-Stärke geführt wurde, blieb trotz Einsatz einer weiteren Kompanie und nochmaliger Feuervorbereitung liegen.

Am Nachmittag im Abschnitt der Division Berlin rege Fliegertätigkeit.
Gegen 17.00 Uhr wurde der Feindangriff gegen Alten-Oderdamm bei Punkt 14 nordostwärts Sydowswiese im zusammengefassten Feuer schwerer Waffen zerschlagen.

Feindangriff in Btl.-Stärke führt zu einem Einbruch von etwa 200 m Breite am Dammknie nordostwärts Sydowswiese.
In einem Gespräch mit Kdr. Division Berlin weist Chef des Stabes darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, das verlorene Gelände sofort wieder zu gewinnen,
da am nächsten Tage der Feind eingegraben ist.

Bei Div. 606 wird beobachtet, daß Brückenbau bei Alt-Blessin heute früh eingestellt worden ist. 27 Joche sind fertiggestellt, davon sind einige bereits fertig
überbrückt (Anlage 60).

Wetter: leichter Frost.
Zugänge:

Marsch-Btl.45/44 u. z.b.V.996.

Kriegstagebuch 9.Armee:1)
Geheim
Generalkommando CI.A.K., Korps-Gef.-St., den 20.2.45
Fahrtenbericht!
Kdr. General besichtigt mit dem Rgts.-Kdr., Major Bäcker, nachstehende Einheiten des Art.-Rgts.309:
  10./234
  Gefechtsstand I. Abt., Major Hofmann
  3./309
  3./301 (Flak-Batterie)
  Gefechtsstand IV. Abt., Hptm. Wellenberg
10./234 steht sehr ungünstig direkt auf der Straße am Bahnhof Letschin. Stellungswechsel soll, sobald es irgendwie
        der Untergrund erlaubt, vorgenommen werden. Ausbildung noch sehr rückständig. Es muß alles versucht werden,
        so schnell wie möglich den grundlegenden Dingen wie Festlegepunkte, Sperrfeuerräume, Schießbefehle, Schießpläne,
        einen besseren Ausbildungsstand zu erreichen.
Kdr. General weist auf folgendes hin:
        Enge Zusammenarbeit mit der Infanterie;
        Verbindung zu den Nachbarbatterien halten; jeder Mann muß über die Sperrfeuerräume unterrichtet sein;
        Sperrfeuertafelen an den Geschützen; sorgfältige Beobachtung des Geländes; mit dem Gelände vertraut machen,
        Gelände taufen.
        Orientierung wie die Nachbareinheiten liegen, wie die benachbarten Stellungen und Gehöfte besetzt sind.
        Alle Möglichkeiten prügen, wie in die Nachbarabschnitte geschossen werden kann, oder wie vom Nachbarabschnitt
        aus Batterien in eigenen Abschnitt zur Wirkung kommen können.
        Vorsorge treffen, daß die V.B. nicht nur mit der eigenen Batterie, sondern mit den anderen Batterien schießen können.
        Sorgfältige Beobachtung und zuverlässige Meldungen: die Artillerie muß darin vorbildlich sein. – Artl.-Nachrichtenstelle.

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20345/45 geh.Anlage 60
O.U.,den 20.2.45 Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9.
1.) Bei Div. „Berlin“:
    Am Nachmittag des 19.2.45 rege feindl. Jabo-Fliegertätigkeit. Besonders starkes feindl. Art.-Feuer im Raum Sydowwiese.
    Gegen 17,30 Uhr wurde Feindangriff gegen den Alten-Oderdamm bei Punkt 14 nordostw. Sydowwiese in zusammengefassten Feuer schwerer Waffen
    in der Entwicklung zerschlagen. Erneuter Feindangriff gegen 19.00 Uhr erzielt nach stärkerer Feuervorbereitung Einbruch in Komp.-stärke
    beiderseits Punkt 14, wurde jedoch durch örtliche Reserven bereinigt. Sofort anschließender erneuter Feindangriff in Btl.-stärke führte
    nach hartem Kampf zu einem Einbruch in etwa 200 m Breite am Rande nordostw. Sydowwiese. Unter Zuführung neuer Reserven konnten eigene
    Gegenangriffe während der Nacht und am heutigen Tage in erbitterten wechselvollen Nahkämpfen die Einbruchsstelle einengen, jedoch nicht
    beseitigen.
    Ab 15,30 Uhr starkes feindl. Art.- und Granatwerfer-Vorbereitungsfeuer sowie feindl. Schlachtflieger einsatz im Abschnitt
    Dammknie-Brückengraben. Feindangriffe in Stärke von mindestens 2 Btl. im Abschnitt Sydowwiese – Rehfeld ab 16,15 Uhr führten zum Verlust
    des Dammknies sowie Einbruch von Panzern nördl.Rehfeld. Feind gräbt sich dort ein. 7 Panzer an Straßenbrücke über Jesar-Graben (500 m
    nordwestl. Rehfeld). Weitere Feindangriffe auf Sydowwiese und HKL nördl. Sophienthal sowie südl. Amt Kienitz abgeschlagen.
    Feindl. Bereitstellungen 1 km nördl. Rehfeld gegen 17,10 Uhr mit Artillerie bekämpft.
    Feindl. Stoßtrupp ostw. Zechin abgewiesen.
    Bei Div. „Döberitz“:
Nach Feuerschlag durch eigene Art. und Flak in den Morgenstunden Angriff in Kp.-stärke mit Unterstützung von
    Sturmgeschützen auf Gehöft Fuchsberge und südl. davon. Angriff blieb trotz Einsatz einer weiteren Kp. und nochmaliger Feuervorbereitung liegen.
    Lebhafte feindl. Fliegertätigkeit mit Bordwaffenbeschuss und Bombenabwurf im rechten Div.-Abschnitt.
    Art.- und Granatwerferfeuer verstärkt sich im Raum ostw. Lewing bei Gieshof und Ortwig. Schanztätigkeit bei Alt-Oderdamm und
    Loose.
    Bei Div. z.b.V. 606:
Geringe feindl. Fliegertätigkeit. Brückenbau bei Alt – Blessin heute früh eingestellt. 27 Joche gezählt, davon einige
    bereits überbrückt.
4.)
a: Marschbataillon Februar 45/44 zu Div. „Döberitz“
       Marschbataillon z.b.V.996 zu Div. „Berlin“.
8.)
Div. „Döberitz“: 23 Scharfschützenabschüsse. 1 s.M.G. durch Granatwerfer außer Gefecht gesetzt. Feldstellungen mit Besatzung
    in Komp.-stärke durch Sturmgeschütze vernichtet. Feindbereitstellung in Komp.-stärke durch Flakfeuer zerschlagen.
9.)
Trocken, leichter Frost, Wege gefroren, gut befahrbar.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Eigener Angriff auf Fuchs-Berg abgewiesen. Fdl. Einbruch bei Sophienthal.
21.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps.1)
Oberbefehlshaber der Armee beim Korps. Gemeinsame Fahrt mit Kdr. General zu den Rgtern. der Div. Döberitz und Berlin.
Befehle und Hinweise: Ausbau der Stellungen mit allen Mitteln; wenn Nachrichtennetz ausfällt, durch gut eingespielte Meldegänger;
Nachtposten ständig ihren Platz wechseln; Gefechtsstände so legen, daß von dort aus der Kampf geführt werden kann; das Vorfeld müssen wir
beherrschen bei Versagen der Truppe scharf durchgreifen; Feindverhalten jeden Tag niederlegen und immer systematisch überprüfen.
Von Rgts.-Kdrn. häufig schriftliche Lagebeurteilungen einfordern.
Oberbefehlshaber verlangt, daß die Zivilisten, insbesondere die Frauen und Kinder und ebenfalls das Vieh, aus der Kampfzone unverzüglich
entfernt werden. (Anlage 61).
Anwesenheit Oberstlt.Borsien vom Gen.d.Pi.u.Fest. im OKH beim Korps-Pi.-Führer. Major Bopst, zwecks Rücksprache über Einsatz der Pioniere
im Bereich des Korps.
Besichtigungsfahrt im Bereich der Div.Döberitz. Besprechung über Staumaßnahmen im Oderbruch.
Führerbefehl über Anstauungen und Überschwemmungen im Oderbruch eingegangen. Für das Korps ergibt sich keine Änderung;
die HKL bleibt die Oder (Besprechung Oberst Danke). Bezüglich dieses Befehls nimmt Korps-Pi.-Führer Verbindung mit Pi.-Führer des Korps Oder auf.
Der Armeebefehl für die Organisation der Sicherung und Verteidigung in der Tiefe des Armegebietes wird sinngemäß zur Durchführung an die
unterstellten Einheiten weitergegeben. Dazu gibt das Korps weitere Befehle heraus und befiehlt für die Divisionen für die rückwärtigen Räume
neue Grenzen:
   zwischen Inf.Div.Berlin und Döberitz: bis Südrand Sietzing wie bisher, dann Südrand Reichenow – Nordrand Pützel;
   Grenze zwischen Inf.Div.Döberitz und Inf.Div. 606: Wriezen Nordrand und Haselberg Südrand (Anlage 62 und 62a).
Als Anlage 63 Bemerkungen des Kdr. Generals auf Grund von Truppenbesuchen.
Nachdem es am Abend des 20.2. gelungen war, mehrere fdl.Angriffe im Abschnitt der Div.Berlin abzuschlagen und einen Einbruch nordostwärts
Rehfeld zu bereinigen, gelang es dem Gegner 22.00 Uhr, mit Panzer-Unterstützung in Sophienthal einzubrechen und bis zur Straßenbrücke nordostwärts
Rehfeld durchzustoßen.
Heute 8.00 Uhr führte ein eigener, von Sturmgeschützen unterstützter Angriff im Abschnitt der Div.Berlin zum Einbruch in Sophienthal.
In heftigem Ortskampf wurden mehrere Panzer abgeschossen und der Ort von Osten nach Westen zum größten Teil gesäubert.
Durch erneuten Feindangriff gegen 14.00 Uhr geht Sophienthal wieder verloren.
In einem eigenen in den Abendstunden angesetzten Angriff gelang es, in Sophienthal wieder einzudringen. Angriff geht weiter.
Bei den anderen Div. des Korps ruhiger Tagesverlauf.
Div. Berlin vernichtete 5 T34, 1 T43, 8 s.Pak, 1 Stalin, 2 T34 bewegungsunfähig geschossen (Anlage 64).
Als Anlage Kriegsgliederung des CI. A.K. (Anlage 65).

Wetter: leichte Niederschläge.


Generalkommando CI. A.K.
GeheimAnl.61
Korpsgefechtsstand, 21.2.45

Fahrtenbericht
Der Oberbefehlshaber der Armee und der Kdr. General suchen die Gefechtsstände der Regimenter 301, 302, 300 (Inf.Div. „Döberitz“)
und der Regimenter Groß-Deutschland, 653 und 652 (Inf.Div. „Berlin“) auf.
Die Divisions-Kommandeure General Huebner und Oberst Voigtsberger sind bei ihren Regimentern zugegen.
Befehle und Hinweise:
Ausbau der Stellungen mit allen Mitteln. Der Oberbefehlshaber läßt unter keinen Umständen gelten, daß der Russe
besser schanzen kann als wir selbst. Bei hohem Grundwasser müssen alle Aushilfen herangezogen werden, um im Aufbau entsprechende Deckungen
zu erzielen. Bei einem Großangriff kommt es darauf an, in jeder Hinsicht seelisch und materiell die Voraussetzungen zu schaffen, daß auch
die des Feuers ungewohnten Soldaten die erste halbe Stunde überstehen. Zur Vorsorge gehört auch, daß die Regimenter zu ihren Btln. bei
Ausfall des Nachrichtennetzes eingeschulte Meldegänger haben. Bei größeren Entfernungen ist es zweckmäßig, Staffelketten einzuführen,
d.h. nach 200–300 Metern wird der Melder durch den nächsten, der ihn im Deckungsloch erwartet, abgelöst.
Die Nachtposten haben ihren Platz ständig zu wechseln, da es sonst für den Russen zu leicht ist, sie auszuheben.
Kompanien nicht zu stark, 50 bis 60 Mann genügen.
Jeder Soldat an der Stelle, also auch bei den Trossen, hat die Pflicht, bis zum Äußersten zu verteidigen.
Dazu gehört aber auch, daß die Rgts.-Kdre. ein Meldesystem zu den Trossen einrichten, damit diese nicht im Kampf führerlos werden und
Panikbildungen ausgesetzt sind. Auch der Dienst im Graben erfordert eine sinnvolle Tageseinteilung. Die Leistungen der Schanzarbeiten müssen
überwacht werden. Der Soldat muß mit Lust und Liebe schanzen und einsehen lernen, daß Schweiß Blut spart.
Kampffeld tief gegliedert.
Die Gefechtsstände müssen so ausgesucht werden, daß im Kampf vom Gefechtsstand aus geführt werden kann. Grundsätzlich nicht so wählen, daß
sie im Augenblick von Kampfhandlungen infolge Feindeinwirkung im Stellungswechsel sind. Die Arbeit des Rgts.-Stabes vorausschauend so
organisieren, daß sowohl auf dem Gefechtsstand als auch auf dem Ausweich-Gefechtsstand dem Rgts.-Kdr. auch bei Ausfall der
Nachrichtenverbindungen genügend Hilfsoffiziere zur Führung zur Verfügung stehen.
Das Vorfeld müssen unter allen Umständen wir beherrschen. Dazu ständig Beunruhigung, Stoßtrupps, Spähtrupps.
Eine Meldung: „Gegner beherrscht das Vorfeld!“ weist der Oberbefehlshaber grundsätzlich entschieden zurück, denn darin liegt für uns ein
beschämendes Eingeständnis der Schwäche und eine Überschätzung des Russen, die völlig unangebracht ist. Ebenso läßt der Oberbefehlshaber eine
Meldung „Der Russe ist eingesickert“ bei der derzeitigen Gefechtslage keinesfalls zu. Sie würde bedeuten, daß die HKL nicht genügend überwacht
und gesichert ist. Bei offensichtlichem Versagen der Truppe muß scharf durchgegriffen und die Truppe mit den strengsten Mitteln zur Rechenschaft
gezogen werden. Truppe auf die Anforderungen seelischer und körperlicher Art vorbereiten, zum Waffenstolz erziehen. In diesem Zusammenhang ist
es zweckmäßig, den Kommandeuren, wenn auch nur behelfsmäßig, die nummernlosen Schulterklappen zu befestigen. Sorgfältige Beobachtung des Feindes,
genaues Abwägen, welche Schlüsse zu ziehen sind. Feindverrhalten jeden Tag niederlegen und nach 6–8 Tagen systematisch überprüfen, um die
endgültigen Schlüsse ziehen zu können. Von Rgts.-Kdren. häufig schriftliche Lagebeurteilungen einfordern.

Rgt.301. Major Busch:

      Um seine Unternehmungen durchführen zu können, braucht das Regiment dringend 500 Schuß Artillerie-Munition. Oberbefehlshaber will versuchen,
      sie zur Verfügung zu stellen.
Rgt.302, Major Weber:

      Regiment benötigt dringend Munition für s.M.G. und s.Gr.W. sowie für Panzerabwehr. Es wird weiter Übungsmunition für Faustpatronen und
      Panzerschreck beantragt.
Rgt.300, Oberstlt.Weber:

      Rgts.-Gefechtsstand soll, da er bei klarem Wetter unter Feindeinsicht steht, umgehend verlegt werden.
      Es ist zweckmäßig, die Naht zu verändern, damit nicht Brennpunkte wie Fuchsberge gerade auf der Naht liegen.
Rgt.Groß-Deutschland, Major Hogrebe.

Rgt.652, Oberstlt.Pankow:

      Oberbefehlshaber wendet sich scharf dagegen, daß bei einer Gesamtstärke von 1 600 Mann Kompanien aufgelöst werden, weil sie vorübergehend
      stark zusammengeschmolzen sind. Die Regimenter sollen aufgebaut und nicht verkleinert werden. Die Soldaten müssen an ihrer Kompanie hängen.
      Die im Bereich des Regiments von der Luftwaffe eingesetzten Panzer-Jagd-Kommandos müssen zum Schanzen ebenso herange- zogen werden, wie alle
      sonstigen Soldaten und Zivilisten.
Oberst Voigtsberger bittet, daß die Artillerie-Abt. 185 mehr nach der Mitte verlegt wird.Der Oberbefehlshaber verlangt, daß die Zivilisten,
insbesondere die Frauen und Kinder und auch das Vieh, unverzüglich aus der Kampfzone entfernt werden, weil sonst beim Einsatz von Kampfhandlungen
erhebliche Störungen durch überstürzten Transport der Zivilisten zu erwarten sind.
Rgt.652, Major Puff:

     Oberbefehlshaber ist jetzt nicht mehr anwesend.
     Kdr. General verlangt rücksichtslose Untersuchung, warum das in Sophiethal eingesetzte Bataillon versagt hat. Es soll unter allen Umständen
     durchgegriffen werden, um erzieherisch zu wirken.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps.1)
Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr. 20437/45 geh.
Geheim
Anlage 64
O.U., den 21.2.45, Tagesmeldung an A.O.K. 9.
1.) Bei Div. „Berlin“: Der am Abend des 20.2.45 sich erneut zum Abgriff bereitstellende Feind bei Sophienthal wurde durch zusammengefasstes Feuer
    von schweren Waffen und Artl. bekämpft. Feinddurchbruch n.o. Rehfeld wurde in den ersten Abendstunden in harten erbittert geführten Inf.-Kämpfen
    bereinigt. Dabei 1 Panzer durch Panzerfaust abgeschossen, 1 weiterer Panzer bewegungsunfähig geschossen. 15 Panzer auf dem Weg n.o. Rehfeld
    durch eig. Artl. bekämpft. Nach Abwehr mehrerer Feindvorstöße gelang es den eigenen Truppen gegen 22.00 Uhr mit strken Kräften unter
    Panzerunterstützung iN Sophiental einzubrechen und bis zur Straßenbrücke n.o. Rehfeld durchzustoßen. Trotz erbitterter Abwehr konnte Sophiental
    nicht gehalten werden.
    Am 21.2.45 ab 8.00 Uhr von Sturmgeschützen unterstützter Gegenangriff führte zum Einbruch in Sophienthal. In heftigem Ortskampf unter Abschuss
    mehrerer Feindpanzer und Pak Säuberung des Ortes nach Westen. Feind ostw. Rehfeld wich nach N. aus.
    Durch erneuten Feindangriff gegen 14.00 Uhr ging Sophienthal wieder verloren. In den Abendstunden erneuter eogener Angriff unter Einsatz von
    Teilen des Füs.Btl.309 und einer Sturmgeschütz-Kp.(Pz.Jg.Abt.303). Weitere Meldungen fehlen.
    Div. „Döberitz“: Ruhiges Feindberhalten beiderseitiges Inf.-u.Granatwerfer- u. Artl.-Störungsfeuer. Bewegungen mit mot. Fahrzeugen in Gegend
    in Gegend Fährstelle Zellin. Laufsteg bei Güstebiese zerschossen. Bewegungen und Schanzrbeiten bei Whs.(n.o.Ortwig) gestört. Schanzarbeiten
    500m ostw.Gieshof durch le.I.G. wirksam bekämpft. Feind verstärkt sich vor Gieshof und Karlsbiese.
Div. z.b.V. 606:
Ruhiger Tagesverlauf. Durch Einzelgeschütz mehrere Volltreffer auf Brückenstelle bei Güstebiese, Bauarbeiten wurden während des
    Tages eingestellt. Ein Horchposten am zerschossenen Brückenteil durch Scharfschützen abgeschossen.
8.)
Div.„Berlin“: 5 T 34, 1 T 43, 8 sPak vernichtet.
                  1 Stalin, 2 T 34 bewegungsunfähig geschossen. Gemeldete Vernichtung von weiteren 8 s. Pak durch Artl. u. schwere
                  Inf.-Waffen noch nicht überprüft.
    Div.„Döberitz“: 21 Scharfschützenabschüsse. Bei Fahne (1km ostw.Vorwerk Wahrin) Volltreffer in Granatwerferstellung.
   
Bei Div.z.b.V.606: 1 Scharfschützenabschuss.
9.)
In den Morgenstunden bedeckt, leichte Niederschläge, tagsüber klar, Wege verschlammt. Oderwasser im Steigen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Meldung an AOK.9 über die Durchführung der befohlenen Maßnahmen zur abwehrmäßigen Sicherung des Fernsprechnetzes nach Vollzugsmeldung durch die Divisionen.
22.2.1945

Wetter: leicht neblig.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps.1)
Kdr. General verbietet, daß an die unterstellten Einheiten vom OKH, SS-Dienststellen und stellv. Gen.d.unmittelbar gegebene Befehle ohne Zusatz und
Entscheidung des Generalkommandos ausgeführt werden (Anlage 66).

Gegen 16.00 Uhr greift der Russe mit Schlachtfliegern und Bombenabwurf den Brückenkopf bei Alt-Cüstrinchen an.
Dieser lag dann unter einem starken Feuerschlag der Artl.
Da Chef des Stabes vermutet, daß der Russe mit Panzern die Brücke Niederwutzen in Besitz nehmen will, was durch spätere Meldungen über bereitgestellte
Panzer bestätigt worden ist, befiehlt er im Einverständnis mit Chef A.O.K.9 sofortige  Sprengung bzw. Unterbrechung der Straßen- und Eisenbahnbrücke
bei Schiffmühle vorzubereiten. Sollte dem Russen ein Panzervorstoß über die Oder bei Niederwutzen gelingen, dann die Sprengung durchführen ohne Rücksicht darauf,

daß diese im Abschnitt des Nachbar-Korps liegen. Diese Maßnahme wurde vom Gen.Kdo.CI. A.K. getroffen, weil das Nachbar-Korps eine Stunde nach dem Angriff des
Russen noch nicht über die Lage orientiert war (Anlage 67).

Der Vorabend angelaufene Gegenangriff zur Wiedergewinnung der HKL bei Sophienthal führte zum Einbruch in Sophienthal-mitte. Einbruch wurde nach Westen und Osten
erweitert. In den heutigen Morgenstunden war Sophienthal außer einem Ortsteil im Westen in eigener Hand. Im weiteren Angriff wurden die Höhen nordöstlich
Sophienthal zurückgewonnen und dort die alte HKL wieder hergestellt. Ein Angriff auf der Straße Rehfeld – Sophienthal – von Rehfeld nach Westen vorgetragen,
konnte gegen starke Inf.-Kräfte und Panzersperren keinen Boden gewinnen.

Im übrigen Korps-Abschnitt außer Brückenbekämpfung keine besonderen Ereignisse.
Zuführung gem. Anlage 68.
Kdr. General besichtigt Einheiten des Art.Rgts.303 (Anlage 69).

Zuführungen:
Marsch-Btl.z.b.V.159,
Marsch-Btl.z.b.V.35/45,
Marsch-Btl.z.b.V.Inf.60.

Generalkommando CI.A.K.1)
Abt. Ia Nr. 20478/ 45 geh., O.U., den 22.2.45
Geheim
Anlage 68
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.)
Im gesamten Korps-Abschnitt, mit Ausnahme der Kampfhandlungen bei Sophienthal, ruhig.
   
Bei Div.„Berlin“: Der am 21.2.45 um 25.00 Uhr angesetzte
Gegenangriff zur Gewinnung der HKL bei Sophienthal führte zum
    erneuten Einbruch in Sophienthal – Mitte. In heftigen Ortskämpfen gegen sich zäh verteidigenden Feind konnte die Einbruchsstelle
    nach Westen und Osten erweitert werden. In den Morgenstunden des 22.2.45 war Sophienthal außer einem Ortsteil im Westen in eigener Hand.
    Im weiteren Angriff wurden 2 Gehöfte im Ostteil wieder gewonnen und an dieser Stelle die alte HKL wieder hergestellt.
    Im Raum O.Jesar-Graben (1 km o. Rehfeld) gelang es gegen fdl.Paksperre und starke Inf.-Kräfte nicht eigenen Angriff nach N. auf die Straße
    Rehfeld – Sophienthal vorzustoßen. Gegenangriffe zur weiteren Gewinnung der HKL an dieser Stelle nngesetzt.

    5.15 Uhr stärkeren fdl. Stoßtrupp auf Jesar-Brücke (s.w. Kienitz) abgewiesen. Im übrigen Abschnitt Div.Abschnitt außer Art.- und
    Granatwerfer-
Störungsfeuer sowie geringer fdl.Fliegertätigkeit ruhig.
   
Bei Div. „Döberitz“:
Schanztätigkeit vor gesamtem Abschnitt nicht ein. Im mittlerenund linken Abschnitt normales Störungsfeuer. Bei Nacht
    weiterhin stärkere Arbeitsgeräusche. Brückenschlag Zellin weiterhin durch Art.gestört. Am Oderdamm o. Loose am NAchmittag Ansammlung von

    Russen, vermutlich Erkunder-Stab, durch l0 I.G. und Granatwerfer bekämpft.
    Bei Div.z.b.V.606:
Vor Div.-Abschnitt ruhig. In der Nacht geringer Fortschritt des Brückenbaues bei Güstebiese. Nach Art.-Volltreffer auf
    Brücke um 11.30 Uhr Einstellen der Arbeiten.
    Augenblicklicher Stand: 12 Joche auf Westufer und 4 Joche auf Ostufer. Geringer Übersetzverkehr.

    Beim linken Nachbarn 15.40 Uhr Angriff von 15 fdl. Schlachtfliegern u.s.Jägern im Raum Alt-Rüdnitz; Bomben fielen teilweise hinter fdl.
    Linie. Bekämpfung durch russ.Flak. Anschl. verstärktes Art.- u. Granatwerferfeuer und starker Feuerüberfall auf
Brückenkopf Nieder-Wutzen.
4.) Zuführung am 19.2.45: Marsch-Batl. z.b.V.159 (295 Mann) für
Div.„Döberitz“.
    Zuführung am 22.2.45 Marsch-Batl.z.b.V.35/Februar 45 (350 Mann)
und Marsch-Batl.z.b.V.Inf. 60 für Div. „Berlin“.
6.)
Div. „Berlin“: Von den gestern als noch nicht überprüften
   8 s. Pak 6 s. Pak bestätigt.
   22.2.45: 1 s. Pak, 1 Muni-Fahrzeug, 1 m. Granatwerfer vernichtet.
   Bei Div. „Döberitz“: 24 Scharfschützenabschüsse. 1 Verwundete gefangen.
9.) Wolkig, leicht neblig, Wege aufgeweicht, Wasser unverändert.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Aufnahme der Rundspruchsendung H.Gr. Weichsel.
23.2.1945

Wetter:
leichter
Regen

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr. General sucht die Gefechtsstände von Oberst Rhode sowie die der Stle. Potsdam, Spandau und Brandenburg auf.
Neben den in den vorhergehenden Fahrtenberichten niedergelegten Anweisungen betont er besonders, daß alles getan
werden muß, daß aus den drei Btl. bald ein einheitliches Rgt. mit festem Gefüge entsteht. Außerdem weist er darauf hin,
daß der starre Feuerplan nur bei Ausfall der Nachrichtenmittel angewandt wird (Anlage 70).
Nachdem im westlichen Teile Durchführung der Ablösung am 24.2.45 früh beendet sein wird, wird den Div. befohlen,
alles daranzusetzen, gegenüber dem Russen die Initiative im Vorfeld und im ggf. Kampffeld hinein in die Hand zu bekommen.
Div.Berlin und Döberitz halten die Füs.-Btle. mit je 1 starken Sturmgeschütz-Komp. gekoppelt, Inf.Div.606 ein Inf.-Btl.
als Reserve bereit.
Fhj.Gren.Rgt. 1242 steht als Korpsreserve im Raum Eichwerder – Sietzing – Wuschewier bereit zu Gegenstößen in Richtung Zechin,
Kienitz sowie Ortwig – Neu-Barnim (Anlage 71).
Eigene Angriffe aus dem zurückgewonnenen Teil Sophienthals brachten auch den restlichen Ortsteil in eigene Hand.
Dabei 3 Pak erbeutet, 4 vernichtet. Sonst außer der Bekämpfung des fdl. Stellungsausbaues, Brücken- Schlages und Fahrbetriebes
ruhiger Tagesverlauf. Wege stellenweise befahrbar, abends leichter Regenfall (Anlage 72).


Generalkommando CI. A.K. Korps-Gef.-St., den 23.2.45
Fahrtenbericht

Kommandierender General sucht auf:
Oberst Rohde, sowie die Btl.-Kdre. von
Potsdam,
Spandau,
Brandenburg.

Kdr. General bespricht:
Einsatz, Kampf- und Gefechtsstärken, Reserve, Ausbildung, Art der Kampfführung und allg. die taktischen Fragen (siehe die früheren Fahrtberichte).
Kampf aus der Tiefe, HKL nicht zu stark, indirektes Feuer auch der s.M.G., zusammengefaßtes Feuer der schweren Waffen, Auslösung des Sperrfeuers
ist einheitlich festzusetzen.
Der starre Feuerplan wird nur bei Ausfall der Nachrichtenmittel angewandt, wann keine andere Möglichkeit zum Schießen besteht; sobald nur
irgendwie beobachtet werden kann, auch wenn der Gegner Nebel anwendet, ist beobachtetes Feuer zu schießen.

Im Einzelnen:
Es muß planmäßig alles geschehen, um aus den 3 Btln. ein einheitliches und festes Gefüge zu bilden.
Die Zivilbevölkerung, insbesondere die Frauen und Kinder sowie das Vieh, muß unverzüglich entfernt werden.
Von den bei Neu-Rüdnitz stehenden 6 8,8 (3./381, Führer Hptm.Jestrenzki) sollen 4 zurückgezogen und 2 als Sperriegel eingesetzt werden.
In Anwesenheit von Hptm.Kastellitz, der den erkrankten Abt.Kdr.Major Ladewig, 402, vertritt und Hptm.Fricke, Abt.Kdr.704, bespricht der Kdr.-General
alle grundsätzlichen artl. Fragen (siehe hierzu Fahrtenbericht vom 22.2.45).

Btl.Potsdam, Major Kork:
  Major Kork ist av.; er soll durch Hptm.Janssen, der die letzten Tage Oberst Rhode unterstützt hat, abgelöst werden.
  Die kampferfahrenen Soldaten sind bisher im wesentlichen in einer Komp. zusammengefaßt. Kdr.-General gibt auf, daß geprüft werden soll ob
  nicht eine gesundere Mischung zweckmäßiger wäre.
  Bei der Ausbildung ist bisher das Zusammenwirken in den Kompanien nicht geübt worden; das muß unverzüglich nachgeholt werden.

Btl.Spandau, Hptm.Hartig:
  Beim Btl. werden dringend gebraucht: s.M.G., 1 Komp.-Führer anstelle von Oblt.Liepelt, 1 Dolmetscher, da eine ganze Anzahl Angehörige der
  Volksliste 3, die sehr schlecht deutsch sprechen.
  Art.Verb.Kdo. nicht vorhanden.

Btl.Brandenburg, Major Wolter:
  Die von Kdr.-General am 16.2.45 verlangte Sperrung und Sicherung in der Alten Oder ist noch nicht durchgeführt worden. Kdr.-General gibt auf,
  daß die Sperre sofort gebaut wird und auf beiden Seiten Posten gestellt werden.
  Meldung der Durchführung innerhalb 24 Stunden.
  Btl.bittet um Zuweisung von Zielfernrohren.
  Anforderung an Offizieren: 1 Komp.-Führer, jüngere Offiziere.

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Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20506/45 geh.
Anlage 14
O.U., den 23.2.45
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9.

1.) Div. "Berlin": Der um 20.30 Uhr angesetzte eigene Angriff aus dem bis dahin wiedergewonnenen Teil Sophienthal brachte den vom Feind
    zäh verteidigten Ortsteil wieder in eigene Hand. Beobachtetes eigenes Art.-Feuer konnte von 10, an der Straße Kienitz – Sophienthal
    stehenden Pak 3 vernichten. Mehrfach angesetzte Stoßtrupps gegen die Gehöfte hart N.W.Sophienthal blieben erfolglos.
      Art.-Störungsfeuer auf Brückenbau bei Kienitz und Kalenzig konnte beobachtete Treffer erzielen. Flak-, Art.- und Granatwerfer-
    Störungsfeuer mit Schwerpunkt Straße Amt Kienitz – Etabl.Kienitz lag auf gesamtem Div.-Abschnitt.
    Div. "Döberitz": Durch Spähtrupps wurde starke Besetzung der fdl.Stellungen, stärkere Feindbewegungen 1 km O. Vorwerk Mehrin und
    Stellungsbau O. Ortwig festgestellt. Während des ganzen Tages mehrfache Pak- und Granatwerferüberfälle auf HKL und Tiefe
    des linken Div.-Abschnitts. Flak,-Art.- und Inf.-Waffen störten und bekämpften den fdl. Stellungsausbau, Brückenschlag und Fährbetrieb.
    Ablösung des linken Btl.Wachrgt. "Großdeutschland" durch II./302 um 06.00 Uhr beendet.
    Div.606: Feindverhalten vor Div.-Abschnitt ruhig. Um 11.00 Uhr erzielte eigener Art.-Feuerschlag auf Bahnhofsgelände Zickerick
    vermutlich Treffer in Lok. Fdl. Brückenbau macht nur geringen Fortschritt. Luftaufklärung beiderseits gering. Motorengeräusche
    (vermutlich Flugzeuge oder Panzer) 6 km N.O. und O. Zollbrücke hörbar.
4.) Marsch-Komp. aus Ketschendorf, Stärke 1 Offz., 24 Uffz., 90 Mannsch., eingetroffen.
    Aufteilung: Div. "Berlin" = 1/5/26, Div.606 = 0/16/55
    Rest Korps-Stab.
    Beobachtungs-Batterie 66 eingetroffen am 22.2.45.
    E-Batterie 679 am 22.2.45 abgerückt.
8.) Div. "Berlin": 3 Pak erbeutet, 4 Pak vernichtet, 12 Pak vermutl. niedergekämpft.
    Div. "Döberitz": 14 Scharfschützenabschüsse.
9.) Dunstig und regnerisch, zeitweise aufheiternd. Wege mittelmäßig befahrbar.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Chef Beob.Battr.66 Hptm. Kast meldet sich. Einsatz besprochen. Kabelfehl kann durch Zuweisung aus Bestand und Nachr.-Zug Arko ausgeglichen werden. Funkeinsatz
durch Sammlermangel behindert.
24.2.1945

Wetter:
leichter
Regen,
schlechte
Sicht,
Wege stark
verschlammt.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr. General sucht den Gefechtsstand von Gen.Maj. Hübner auf und betont, daß er es allen Offizieren zur Pflicht macht, auf die ihnen unterstellten Männer
dahin zu wirken, daß sie in dem schweren Kampfe, der ihnen zweifellos bevorsteht, entschlossen sind, bis zum Äußersten zu halten und keineswegs die
scheinbare Ruhe des Feindes Anlaß zu Sorglosigkeit geben darf.

Rgts.-Kdre. sollen in Abständen von einigen Tagen schriftliche Meldungen über ihr Feindbild der Div. machen.
Kdr.General erkennt an, daß der Stellungsbau im Div.-Abschnitt gut ist.

Auf dem Gefechtsstand der Beob.Batterie 66, wo auch der Arko Oberst Richter zugegen ist, verlangt Kdr.General, daß die Beob.Bttr. sofort mit der
nächsten Abteilung gekoppelt wird. Schall- und Lichtmeßaufklärung müssen mit je einer Batterie verbunden sein und nicht etwa beide mit einer.

Verbindungsaufnahme mit der Pz.Beob.Bttr. C der Nachbardivision. (Anlage 73).
Chef des Stabes führt Gespräch mit der Armee: Alt-Friedland wird zur Verteidigung weiter ausgebaut. Dem Arko gibt er Kenntnis, daß das OKH beanstandet hat,
daß die neuen russ. Bttrn. auf dem diesseitigen Oderufer nicht bekämpft werden.

Nebelwerfer sollen in ihren Stellungen bleiben. Ausweichstellung erkunden. Es soll sichergestellt werden, daß die Artillerie jeden Tag möglichst eine fdl.
Batterie zerschlagen kann, daher mit Quartiermeister wegen Bereitstellung von Munition sprechen.

Korps-Pi.-Führer: Gen.Lt.Dinter, Gen.d.Pi. der H.Gr.Weichsel, orientiert sich beim Korps-Pi.-Führer über alle Fragen des Stellungs- und Sperrausbaues im Bereich des
Korps.
Oberst i.G.Gundelach, Gen.d.Pi.u.Fest. im OKH, orientiert sich über den Einsatz der Pioniere und O.T. im Korpsbereich.
Der Korps-Pi.-Führer nimmt im rückwärtigen Gebiet Verbindung mit den dort für Stellungs- und Sperrausbau eingesetzten Stäben auf. (Höh.Pi.Fü.7 und Pi.Rg.Stab 667).
Vorsprache von Reg.-Baurat Adameit, Leiter der Wasserstraßendirektion Potsdam, Reg..Baurat Möhlmann Dezernent, Reg.-Baurat Päschke, Vorstand des Wasserstraßenamtes
Eberswalde, und Oberbaurat Baurat Fritzen, O.T. Oberbauleitung Finowfurt. Besprochen werden alle geplanten wasserwirtschaftlichen Maßnahmen im Rahmen des
Führerbefehls, außerdem mit O.T. die noch auszuführenden Wehrbauten im Korpsbereich.

Vorsprache Hauptbauführer Heitsch von der O.T.-Brigade Charlottenburg zur Orientierung über Staumaßnahmen und sonst noch vorhandene Aufgaben der O.T. im Korpsbereich.
Neue Aufgaben am Friedländer Damm bei Kunersdorf, Bliesdorf und Wriezen, am Hauptgraben zwischen Baiersberg und Zantoch, sowie in Golzow und Alte Oder bei Wriezen.
Straßenbrücke über Alte Oder bei Schiffmühle durch Korps-Pi.-Führer (Oblt.Grobleben) zündfertig gemacht und dem Marine-Pi.-Btl.1 übergeben.
Korps-Pi.-Führer nimmt Verbindung mit linkem Nachbarn (Marine-Pi.-Btl. 1) auf. Besprochen werden Fragen des Stellungsbaues (Anschluß an 606. Inf.Div.) und
Vorbereitung der noch fehlenden Brücken im dortigen Bereich nordostwärts Schiffmühle bis zur Oder.
Außer eigener Spähtrupptätigkeit im gesamten Korps-Abschnitt Tagesverlauf ruhig.
Von der Div. Berlin wurden bei den Kämpfen Sydowswiese und Sophienthal in der Zeit vom 20.2. bis 23.2.45 vernichtet
oder erbeutet:
12 Panzer (davon 3 bewegungsunfähig geschossen),
22 Pak, davon 3 erbeutet (nicht einsatzbereit),
5 s.M.G. (2 erbeutet). Einsatzbereitschaft wird noch festgestellt.
2 l.M.G., 1 Pz.-Büchse sowie zahlreiche Gewehre.


Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Geheim, Generalkommando CI.A.K., Korps-Gef.-St.,den 24.2.45

Fahrtenbericht Nr.13
Kdr. General spricht auf den Gefechtsstand des Generalmajors Huebner vor und befiehlt – veranlaßt durch verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit –
folgendes:
Es wird sämtlichen Kommandeuren zur Pflicht gemacht, mit aller Energie und Schärfe durchzudrücken, daß die Befehle nach unten durchkommen.
Durch die scheinbare Ruhe beim Feinde und durch den Aufenthalt im eigenen Lande lassen sich unsere Soldaten zu einer völligen Unterschätzung der
Sorgenlosigkeit und Bequemlichkeit verleiten. Damit hängt es auch zusammen, daß die befohlene Räumung des Kampfgebietes von Zivilisten nur zögernd
und schwerfällig durchgeführt wird. Unsere Soldaten sind nicht allenthalben von der Erkenntnis durchdrungen, daß uns ein schwerer Kampf bevorsteht,
der das Letzte an Einsatzbereitschaft erfordert.
Jeder Kommandeur und jede Offizier muß es als erste Aufgabe betrachten, die Truppe aufzufrütteln und den heiligen Willen wachzurufen, diesem
Schicksalskampf bis zum Äußersten zu halten.
Die resignierte Auffassung, auf die man wiederholt stößt, daß der Russe alles besser kann als wir, ist eine Schmach und eine Schande eines deutschen
Soldaten unwürdig.
Kdr.General verlangt, daß diese laschen Auffassungen ausgemerzt werden und daß der unbedingte Gehorsam mit aller Härte erzwungen wird. Die Offiziere
haben gegen Schwächlinge udn Feiglinge rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen und ihren Willen durchzusetzen.
Im einzelnen weist der Kdr. General auf folgendes hin:
Bei Sperren und vorbereiteten Sprengungen müssen ständig Leute dabei stehen, die einen bestimmten Befehl haben; gegebenenfalls ist der Volkssturm
heranzuziehen.
Die Regts.-Kommandeure haben sich Stück für Stück das Feindbild aufzubauen und müssen in Abständen von einigen Tagen den Divisions-Kommandeuren
schriftliche Meldung über das zusammengefasste Ergebnis machen.
Bei eigenen Unternehmungen lassen sich die Div.-Kdr. die Befehle, die gegeben werden, mit Feuerplan zur Prüfung vorlegen.
Kdr.General erkennt an, daß der rückwärtige Stellungsbau bei der Division gut ist.
Generalmajor Huebner trägt folgendes vor:
Beim Polizei-Btl.fehlen dringend M.G.
Für die Unternehmen Karlsbiese und Fuchsberge werden 500 Schuß Art.-Munition gebraucht. (Kdr.General sagt Prüfung zu; weist aber darauf hin, daß die
Munition keinesfalls zu Feuerüberfällen verwendet werden soll, sondern daß sie systematisch und sinnvoll zum Zerschlagen der einzelnen Widerstandsnester
im Punkgtschiessen verwendet wird).
Die Gefechtstrosse haben zum Teil einen Marsch von hin und zurück 30 km. Es wird gebeten, daß mindestens die Küchen im Raum von Posedin und Sietzing
untergebracht werden können.
Es werden dringend Gummistiefel beantragt. Die Div. plant, an den stark eingesehenen Straßen Masken aufzubauen, die die Feindeinsicht verwehren.
In Kunersdorf hat die Division ein Erholungsheim für bewährte Frontsoldaten eingerichtet; z. Zt. 40 Mann; soll auf 80 erhöht werden.
Kdr. General sucht den Gefechtsstand der Beob.-Batterie 66, Hptm. Kast, auf.
Der Arko, Oberst Richter, ist zugegen.
Kdr.General weist auf die Wichtigkeit der Aufgaben der Batterie hin und verlangt:
Wenn der Feind schießt und das Wetter einigermaßen ist, sorgfältige Aufklärungsergebisse von 10 Feindbatterien und zwar planrichtig.
Die Batterie ist sofort mit der nächsten Abteilung zu koppeln.
Schall- und Lichtaufklärung müssen mit je einer Batterie verbunden sein und nicht etwa beide mit einer Batterie.
Enge Fühlung mit Major Kersandt halten.
Verbindungsaufnahme mit der Pz.-Beob.-Batterie C der Nachbar-Division.
Die Beob.-Batterie 3 wird Hptm.Kast unterstellt.
Um die gestellten Aufgaben durchführen zu können, braucht Hptm. Kast dringend 11 Sammler NC 58, 31 Längen Kabel, 6 Feldfernsprecher.
(Auf Weisung des Kdr. General habe ich heute den Chef des Stabes General der Artillerie, Generalmajor Scheffler, gebeten, dieses Gerät auf dem schnellstem
Wege zuzuführen. Generalmajor Scheffler hat zugesagt, sich beim Chef HNW einzusetzen, daß das Gerät herankommt.)


Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A. K.
Abt.Ia Nr.20519/45 geh.H.Q., den 24. 2. 1945
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.) Tagesverlauf im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
    Div.„Berlin“:
Während des ganzen Tages Störungsfeuer auf gesamten Div.-Abschnitt. Durch eigene Artl. Störung des Brückenbaues bei Kienitz und Kalenzig.
    Nachträgliche Überprüfung der Meldung vom 23.2. an Ort und Stelle hat ergeben, daß im Westteil Sophiental noch 5 Häuser feindbesetzt sind. Angesetzter
    Stoßtrupp wird durch feindl. Gegenstoß in Ausgangsstellung zurückgedrängt. Bereinigung nach beendeter Umgruppierung und Ablösung des dort eingesetzten
    Batl.
    Div.„Döberitz“: 0,30 Uhr fdl. Stoßtrupp bei Brücksee-Graben (2,5 km SW Gross-Neuendorf) im Nahkampf abgewiesen, ein Schwerverwundeter geriet in Gefangenschaft.
    5,30 Uhr erbeutet eigener Stoßtrupp ostwärts Ortwig 1 s.M.G. mit Munition und einem Karabiner. Schanzarbeiten ostwärts Ortwig und Verlauf der fdl. Linie
    festgestellt. Brückenbau bei Güstebiese und Wagenfähre Zellin nach Störungsfeuer unterbrochen. Vorbereitungen zum neuen Bau etwa 1 km SO Zellin. Fahrbetrieb
    bei Zellin hält an. Verdrahtung der alten Oder bei Karlsbiese im Gange.
    Div.606:
Eigene Spähtrupptätigkeit. Schwere Feindbatterie stellt nach Bekämpfung durch eigene Artl.-Feuer ein. Drahtsperre durch Alte Oder bei Karlshof angelegt.
8.) Div.„Berlin“:
In den Kämpfen in Sydowswiese – Sophiental wurden in der Zeit vom 20. – 23.2. vernichtet oder erbeutet:
    12 Panzer (davon 3 bewegungsunfähig geschossen)
    22 Pak, davon 3 erbeutet (nicht einsatzbereit)
     5 s.M.G. (2 erbeutet) Einsatzbereitschaft wird noch festgestellt.
     2 l.M.G., 1 Pz.-Büchse sowie zahlreiche Gewehre.
    Div.„Döberitz“:
   
13 Scharfschützenabschüsse (davon 11 ferngemeldet).
    Artl.-Volltreffer in Feindbatterie am Oderdamm südwärts Güstebiese, Battr. schweigt.
    Leichte Pak bei Fuchs-Berg durch s.I.G. vernichtet. Eine B-Stelle südl. Fuchs-Bge durch 4 Treffer ausgeschaltet.
    Erbeutet: 1 s.M.G. mit Munition (einsatzfähig) 1 Karabiner (einsatzfähig).
9.) In den Morgenstunden leichter Regen, schlechte Sicht, Wege stark verschlammt, Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A. K. Abt. Ia

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Abt.: Ko.Pi.Fü.
Beitrag zum K.T.B.
24.2.45
Ko.Pi.Fü besichtigt Stellungsbau im gesamten Korpsabschnitt, außerdem Rücksprache mit Pi.Btl.Kommandeuren und Stellungsbauoffizieren.
Urteil: Stellungsbau unter Berücksichtigung der Improvisation gut angelaufen und verhältnismäßig weit fortgeschritten.
Besonders guter Stellungsbau bei 303.Div.
Herausgabe der „Einzelbemerkungen Nr.1;(Gen.Kdo.CI.A.K. Ia/Ko.Pi.Fü. Nr.20494/45 geh. v. 23.2.45

Kräfteeinsatz im Stellungsbau Stand: 25.2.45:
  
Soldaten     4 125
   Volkssturm     258
   Kgf.           505
   Zivil Dtsch    298
     "   Ausl.    944
Major Michael vom A.Pi.Fü 9, Pi.2 mit Reg.Oberbaurat Seemann orientieren sich über die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse im
Oderbruch und die im Korpsbereich durchgeführten und noch geplanten Staumaßnahmen.
Besprechung mit Bauleiter Riggers (O.T.) über Einsatz von Teilen des O.T.Rgts.109, desgleichen mit Baumeister Kreil,
O.T.-Bauleitung Wriezen.
Es werden gebaut:
1)
Von der O.T.-Bauleitung Wriezen, Bauleiter Menze:
    a) Grosses Wehr bei Wriezen (im Bau) im Friedländer Strom
    b) Wehr an der Eisenbahnbrücke bei Wriezen in der Alten Oder
       Vorhandene Kräfte 120 Mann, ab 26.2. dazu 50 Mann
       Zusammen 170 Mann.
2)
Von der O.T.-Leitung Wriezen – Baumeister Kreil:
    a) Staudamm im Schleusengraben bei Golzow
    b) Wehr im Letschiner Hauptgraben bei Friedrichstein (Baiersberg)
    c)   „        „           „           Basta-Wollup
    d)   „        „           „           Steintoch
    Verfügbare Kräfte: 11 Deutsche u. 50 Ausl. = 61 Mann
3)
Von O.T.Rgt. 109 – Bauleiter Riggers:
    a) Notstau im Friedländer Strom bei Wriezen (Fertigstellung)
    b) Wehr im Friedländer Strom bei Bliesdorf
    c)    „        „          „      Kunersdorf
    d) Wehr in der Alten Oder an der Straßenbrücke bei Neu-Kietz
    Verfügbare Kräfte etwa 120 Mann
    Rest des Rgts. in Stärke von 200 – 300 Mann soll dem Stellungsbau im Korpsbereich zugeführt werden.
    Eislage unverändert, Nebenwege verschlammt.


Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Ausgabe der besonderen Anordnungen für das Nachrichtenwesen Nr. 1.
Funklage: Sicherstellung der Funkverbindung nach links: CI.A.K. – Oder Korps
                                                        606. J.D. – Mar.Schütz.Div.
Aufnahme der Funkverbindung mit Fhj.Rgt. 1242, FlakRgt.182, Pi.Rgt.667. Anl. 7
25.2.1945


Wetter:
bedeckt,
leichter
Regen.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Chef des Stabes teilt dem Ia der Armee mit, daß die Führungsstaffel am 26.2.45 einen Ausweich-Gefechtsstand bezieht.
Korps-Befehl Nr.11: Allen unterstellten Einheiten wird weitere Verstärkung der Stellung im HKF befohlen, den Div. Durchführung der beabsichtigten
Unternehmen und weiterer Stoßtrupp-Angriffe, um der Führung Unterlagen über Feindstärke, Gliederung und Absichten zu verschaffen. Feind muß in
seinen etwaigen Angriffsunternehmen gestört werden.(Anlage 75).
Auszug aus einem Feind-Nachrichtenblatt des Korps:
1.) Abschnitt des Korps Masse der 5.Stoßarmee. fdl.Brückenkopf zwischen Neu-Schlauburg und Güstebiese konnte infolge eigener Gegenmaßnahmen
nicht erweitert werden. Vor Korps-Abschnitt bisher keine fertige Brücke vorhanden.
Brückenschlag ist gemeldet bei Kienitz, Groß-Neuendorf, Zellin, Alt-Blessin und Güstebiese. Davon durch Luftaufklärung Alt-Blessin bestätigt.
Sämtliche im Front angenommenen Feinddivisionen mit Ausnahme der 94.Garde-S.D.bestätigt.
2.) Gliederung und Kampfwert: Dem Korps stehen zur Zeit mindestens 5 Schützendivisionen gegenüber. Komp.-Stärke durchschnittlich 60 Mann,
    Ersatzzuführung laufend. Kampfmoral gut, da Kriegsende nach Fall Berlins propagiert wird.
3.) Artillerie-Lage: Vor Korps-Front über 40 belegte fdl. Batterien festgestellt.
4.) Schnelle Verbände: Zum mindesten 1 Gde.-Pz.-Armee.
5.) Luftlage: 16.Luftarmee hat aufgeschlossen (Raum Reppen – Landesberg – Königsberg/NM.). Stärke: 5 Jagd- und 4 Schlachtfliegerdivisionen (850 Flugzeuge).
    Vor Korps-Abschnitt als belegt erkannte Flugplätze: Massin, Neudamm, Möhrin, Königsberg/Nm.
6.) Nachbar: Raum Lebus – Küstrin zeichnet sich beim rechten Nachbar als Schwerpunkt ab, dort Verstärkung, bei linkem Nachbar ruhiges Feindverhalten.
7.) Feindbeurteilung: Vor Korps zeichnet sich Schwerpunkt Sydowswiese – Groß-Neuendorf ab. Vereinigung der Brückenköpfe Reitwein – Lebus und Kienitz ist
    wahrscheinlich nächste Feindabsicht. Danach Großangriff auf Berlin sicher. (Anlage 76).
    Korps-Pi.-Führer siehe Anlage 76a.
    Weiterhin ruhiges Feindverhalten, Wege verschlammt. (Anlage 77).
    Karten-Ausschnitt über Stand vom 24.2.45 (Anlage 78).


Abt.: Ko.Pi.Fü.
Beitrag zum K.T.B.

25.2.45
Lt.Wessel, Gren.Rgt.652 komm. zum GenKdo CI/A.K. Ko.Pi.Fü meldet sich zum Dienstantritt. Einsatz erfolgt als Adj.
Ko.Pi.Fü nimmt Verbindung mit Kriegsmarine (Sondereinsatz!) auf.
Rücksprache Chef.Insp. Ludendorff-Dessau-Roßlau (Maj.Rüngeler) über Einsatz der Insp. im rückwärtigen Korpsgebiet, betr. Sperrausbau.
Ko.Pi.Fü wertet die Meldungen der letzten 10 Tage (Ia, Ic, Luftwaffenmeldungen) in Bezug auf fdl. Brückenbauten über die Oder aus
und kommt zu folg. Feststellungen:
Kalenzig: Pontonbrücke (evtl. Unterwasserbau) 50 % bestätigt
Sydowswiese: —
Hälse-Kienitz: Nur Fährbetrieb
Fahne-Zellin: Jochbrücke 50 % fertig, dazu Fährbetrieb bestätigt
Güstebiese: Laufsteg im Bau und Fährbetrieb
Alt-Blessin: Jochbrücke (Böcke) s. Luftbildauswertung des Ko.Pi.Fü, etwa 30 Böcke nicht in Stromoder bestätigt,
             60 % fertig.
Wege stark verschlammt.
Eislage unverändert.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Vorbereitungen für Gefechtsstandverlegung: Führungsabt. nach Harnekop, Qu.Abt. nach Prötzel. Fertigstellen der Teilnehmeranschlüsse.26.2.45
26.2.1945

Wetter:
kühl,
regnerisch,
Wege stark
verschlammt.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.General besichtigt folgende Gefechtsstände:
Rgt.653, I./653 und II./653 (Anlage 78).
Führungsstaffel bezieht in Harnekop einen Ausweich-Gefechtsstand.
Chef des Stabes orientiert Oberst Hölz, Chef 9. Armee, über die Lage.
Arko,Oberst Richter, teilt mit, daß Höh. Art.-Kdr. vorläufig mit der beabsichtigten Bekämpfung der fdl. Artillerie nicht einverstanden ist.
Korps-Pi.-Führer siehe Anl. 76a und 79.
Ein Angriff des I./300 führt zur Wegnahme aller Häuser von Karlsbiese mit Ausnahme zweier am Nordostrand gelegener.
Angesetzte Stoßtruppunternehmen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Artillerie-Störungsfeuer auf erkannte
Brückenstellen fortgesetzt. Brücke bei Kienitz soll fertig sein (Anlage 80).

Zugänge: N.Kp.16/106.


Abt.: Ko.Pi.Fü.
Beitrag zum K.T.B.

Verlegung des GenKdo.CI von Wriezen nach Harnekop.
Der 606.I.D. wurden 86 O.T.-Arbeiter des O.T.Rgts.109 für Stellungsbau zugeführt.
Im Bereich Div."Berlin" werden 61 O.T.-Arbeiter der O.T. Oberbauleitung Finowfurt für Wehrbauten eingesetzt.
Wegelage: Nebenwege aufgeweicht

Eislage: Unverändert.

Generalkommando CI.A.K.
Geheim
Korps-Gef.-St., den 25.2.45

Fahrtenbericht Nr.14
Kdr. General besichtigt folgende Gefechtsstände:
           Gren.Rgt.653, Oberstleutnant Pankow,
                 I./653, Hptm.Hillemanns,
                II./653, Major Albsmeier.
Der Div.-Kdr. Oberst Voigtsberger und der Rgts.-Fhr., Oberstleutnant Pankow sind zugegen.
Kdr. General beurteilt den Einsatz und gibt in folgenden Punkten grundsätzliche Weisungen:
    Kampf aus der Tiefe, Zusammenfassung der schweren Waffen, Reservenbildung, Kampf- und Gefechtsstärken,
    Nachtkommandos bis zu den Kompanien herunter; Wechselstellungen für die schweren Waffen; häufiger
    Wechsel des Standes der Posten; (feindliche Scharfschützen.
Auf die Wichtigkeit des Meldewesens wird der kommandierende General besonders hin.
Meldeband bei den Btln. vorhanden.
Die Kampfstärken der Kompanien sind zum Teil zu hoch. Kdr.General verlangt, daß unverzüglich Soldaten herausgezogen
werden, gerade bei den Kompanien, die es besonders schwer haben, um die Kampfkraft der Truppe durch Ablösung und Austausch
zu stärken.
Hinsichtlich der Reserven weist der Kdr. General darauf hin, daß sie so eingesetzt werden müssen, daß sie zum Gegenstoß
in dem Augenblick bereitstehen, wo dem Russen stellenweise ein Einbruch gelingt, denn das ist für den Feind die unsicherste Lage.

Im Einzelnen:
Oberst Voigtsberger führt aus, daß der angekommene Ersatz geradezu erschütternd wäre. Hierzu erfolgt Bericht.
Er bittet weiter zu veranlassen, daß die Scharfschützen-Ausbildung nicht in Döberitz, sondern in Frontnähe gemacht würde, damit
man diese Soldaten für alle Fälle verfügbar habe.
Oberstleutnnt Pankow schildert, daß der Zug des Lt.Bauer eine besonders schlechte Stellung hat. Es sind nur 40 cm tiefe Löcher
vorhanden, die wegen des Grundwassers nicht weiter ausgebaut werden können. Ein Kriechgraben ist in Vorbereitung.
Die Versorgung dieses Zuges ist ganz schlecht. Lt.Bauer war 2 Tage ohne Verpflegung. Von 33 zugewiesenen Großkampfpäckchen sind
nur 8 vorgekommen.
Maßnahmen: Um die Lage dieses Zuges zu verbessern, sollen die Häuser 5, 6, 7 und 1 genommen werden, ein Kriechgraben ausgebaut
werden und Draht nach vorn kommen.
Kdr. General hat dem Regiment 200 Großkampfpäckchen zugewiesen (die sind am 26.2.45 beim Korps abgeholt worden). Es soll geprüft
werden, ob der im Stützpunkt derzeit stehende T 34 durch Ausbesserung des Kettenschadens beweglich gemacht werden kann.
Kdr. General gibt Weisung, daß eine B-Stelle auf dem Schornstein der Zuckerfabrik Voßberg unverzüglich ausgebaut wird.
-Seite 2 nicht vorhanden-

Generalkommando CI. A. K.

Abt.Ia Nr.20599/45 geh.Geheim
H.Qu.,den 26.2.1945
Geheim,
Tagesmeldung an A.O.K. 9


1.) Feind erwidert auf eigene Feuerzusammenfassung, die auf sicher festgestellte Feindnester und Bttr.-Stellungen abgegeben wurden,
    sowie auf eigene Angriffsunternehmungen im gesamten Korps-Abschnitt mit sofort einsetzenden Feuerschlägen seiner Art. bzw.
    Gegenangriffen bis zu Rgt.-Stärke.

    Bei Div.„Berlin“:
Durch Lichtmeß aufgeklärte Feindbattr. in Kienitz bekämpft. Erfolgsmeldungen fehlen.
    Durch Rgt.302 (Div. „Döberitz“) gegen Gehöft 1250 m OSO Gieshof zum Eindringen von Gefangenen angesetzter Stoßtrupp brach 5,15 Uhr
    in Feindstellung ein, vernichtete 20 Mann und wich vor überlegenem fdl.Gegenstoß auf alte HKL aus.
    Angriff des I./Gren.Rgt.301 um 5,30 Uhr führte in schweren Grabenkämpfen zum Einbruch in Feindstellung und Wegnahme aller Häuser
    in Karlsbiese bis auf 2 Gehöfte am NO-Rand. Gleichzeitig am Alten Oderdamm angetretene Teile wurden nach Erreichen des Schnittpunktes
    Weg hart NO Karlsbiese mit Altem Oderdamm  durch fdl.Gegenstoß auf Dammknick 250m NW. NOrdrand Karlsbiese zurückgeworfen.
    Durch Stoßtrupps gelang es gegen 9,00 Uhr, die restlichen beiden Häuser in Karlsbiese in Besitz zu nehmen. Nach fdl. Gegenangriff bis
    zu Rgt.-Stärke, zu deren Abwehr infolge mehrerer Krisenlagen ein großer Teil der für den Angriff vorgesehenen Art.-Munition benötigt
    wurde, gingen nach hartem Nahkampf die 2 Gehöfte wieder verloren. Eigener Stosstruppangriff zur Gewinnung des durchlaufenden
    Grabenstückes von Karlsbiese Nord auf Alten Oderdamm für den Abend vorgesehen.
    Ein am Morgen gleichzeitig mit Div.„Döberitz“ durchgeführtes Stoßtruppunternehmen des Btl.„Brandenburg“ (Div.606) erreichte sein
    Angriffsziel. Nach weiterem Bodengewinn darüber hinaus wurde der Stoßtrupp durch fdl.Gegenstoß aus dem Flussbett heraus, der von
    schweren Waffen auf dem ostwärtigen, überhöhten Alten Oderdamm unterstützt wurde, vom Alten Oderdamm geworfen.
    Nach den ersten Anfangserfolgen herangezogene Komp. konnte infolge erheblicher Geländeschwierigkeiten (aufgeweichter schwerer Boden,
    teils starke Versumpfung) den Alten Oderdamm nicht mehr so rechtzeitig erreichen, um die vorher gewonnenen Feindnester zu halten.
    Das eigene Art.-Störungsfeuer auf erkannte Brückenstellungen wurde während der Nacht und des ganzen Tages fortgesetzt. Nachmittags
    Feuerschlag auf Brücke Kienitz, die laut Erdbeobachtung fertiggestellt worden ist.

Zu 1.) / Feindabsicht unverändert: Nach stückweisem Herausbrechen eigener Stützpunkte im Raum Sophienthal und Zuführung von Kräften über
    kurz vor Fertigstellung stehende Oderbrücke bei Kalenzig seinen Brückenkopf im Raume Genschmar – Sophienthal zu vertiefen
.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Nachr.Komp.mot 1606 wird in Wriezen ausgeladen.
Chef meldet sich fernmündlich. Aufschaltung der Fernleitungen auf Vermittlung Harnekop.
6 Uhr Konafü verlegt nach Harnekop. Im Laufe des Vormittags folgt Führungsabteilung.

16 Uhr meldet sich Oblt. Jung, Chef Nachr.Kp. 1606,
zur Einweisung. Komp. ist in Wriezen untergebracht
und wird der Inf.Div.z.b.V. 606 unterstellt. Nachr.Kp.d (mot) 661 ist herauszulösen. Beginn 27.2.
Anl. 8
27.2.1945

Wetter:
Nieder-schläge

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Korpsstab wird etatisiert und nach K.St.N. 12 aufgestellt.
Major Johannmeyer von der Wehrmacht-Adjutantur des Führers beim Chef des Stabes.
Chef gibt Anweisung zur genauen Beobachtung, ob Brücke bei Kalenzig fertig.
Ferner soll Quartiermeister prüfen, ob Munitionsversorgung für Fall auf Korps-Versorgungswege vorteilhafter durchgeführt werden kann.
Luftwaffe, deren Einsatz jetzt von der Armee gesteuert wird, soll fertige und im Bau befindliche Brücken bekämpfen.
Alle unterstellten Divisionen, Rgtern. und Btl. werden angewiesen, die vom Oberbefehlshaber geforderten Karten zu führen (Anlage 81).
Korps-Pi.-Führer (siehe Anlage 76a).
Feind forciert den Brückenschlag und Stellungsbau. Er verstärkt sich laufend vor mittleren Korpsabschnitt. Ablösungen, die zweifellos
eine Verstärkung bedeuten, werden im gesamten Abschnitt und auch beim Nachbarn vorgenommen.

Beobachtete Einweisungen und Einschießen der Artillerie (auch mit hohen Sprengpunkten) verdienen Beachtung.
Voraussichtliche Feindabsicht: Nach Herausbrechen eigener Stützpunkte im Raum Sophienthal und Zuführung von Kräften
über fertige Oderbrücke bei Kalenzig Erweiterung des Brückenkopfes Sophienthal (Anlage 82).
Beute: Siehe Ic-Tagesmeldung vom 27.2.45.
Karten-Ausschnitte nach dem Stand vom 24.2.45 (Anlage 83).


Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20621/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 27.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9
1.) Div.„Berlin“: Einbruch Feindkp. in Gehöft N Ostteil Sophienthal durch sofortigen Gegenstoß bereinigt. 11 Feindtote.
   Weitere Verwundete vom Gegner zurückgeschleift. Eigener Stoßtrupp gegen Feindstützpunkt nördl. Westteil Sophienthal nach Ausfall
   des Führers im Feindfeuer liegengeblieben. Stoßtrupp gegen Gehöftgruppe N Jesar-Graben (1400 m N Rehfeld) im fdl. Sperrfeuer im
   Jesar-Graben verblieben. Weitere Meldung steht aus.

   Div.„Döberitz“:
Artl.Störungsfeuer mit 15cm Kal. auf Neu-Lewin und Stellungen zwischnen Karlsbiese - Gieshof und
   Gr.W.-Feuerüberfällen auf eigene Stellungen im gesamten Abschnitt.
   Feind setzte Brückenschlag bei Zellin mit 50 Mann fort und wurde durch Art. gestört. Fährbetrieb bei Güstebiese bekämpft;
   1 Oderkahn gesunken. Lebhafter Melderverkehr. Bewegungen von Reitern und Fahrzeugen bei Oertwig, Mehrin, Fahne, Oderdamm N und S
   Groß-Neuendorf, sowie Auftreten von 7 Russen mit Karten auf Fuch-Bge. Laufender Fährbetrieb, lebhafte Bewegungen im Raum SW Zellin,
   Groß-Neuendorf, Kienitz.
   Brücke bei Alt-Blessin bis zur Insel fertiggestellt.
  
Div.606: Fdl. Luftzusammenführung über N Abschnitt. Weiterer stellungsbau beim Feind.
4.) b) Herauslösung Na.Kp.661.

7.) s.Fernschreiben.
8.)
Div.„Berlin“: 3 Scharfschützenabschüsse.
   Div.„Döberitz“:

    Rgt.300: 3 Scharfschützenabschüsse, 1 l.M.G. durch Volltreffer ausser Gefecht gesetzt.
    Rgt.301: Erbeutet: 6 l.M.G., 8 M.Pi., 3 Pz.B.(z.T. einsatzbereit),
             Vernichtet: 1 Pak 3,7cm, 1 B Stelle mit Scherenfernrohr
                         1 l.M.G.,

                         2 s.Pak wahrscheinlich beschädigt zumindest zum Schweigen gebracht.
             Gezählte Feindtot: 100, GEschätzte Feindtote über 200.
   
Div. 606: Nachmeldung vom 26.2.: Statt 3-7 Gefangene. 2 Rückkämpfer (Offz.) nähere Angaben fehlen noch.
9.) Vormittags klar, nachmittags Niederschläge, Straßen gut befahrbar, Feldwege stark verschlammt.
                                                                          Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Verlegen der Führungsvermittlung von Wriezen nach Harnekop. In Wriezen bleibt Qu.Vermittlung bis Verlegen Qu nach Prötzel. Dann Herauslösen der AV auf
Postamt Wriezen durch neue KV. Sportschule bleibt als vorgeschobener Gefechtsstand bestehen, Teilnehmeranschlüsse werden auf KV im Postamt gelegt.
28.2.1945

Wetter:
sonnig, klar.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Oberbefehlshaber der Armee, Gen.d.Inf.Busse, spricht 12.00 Uhr fernmündlich mit dem Chef des Stabes: Alles deutet daraufhin, daß der Russe mit
seinen Vorbereitungen fertig ist, und daß jederzeit mit dem Beginn seines Angriffs auf Berlin gerechnet werden muß.
Darauf ist alles abzustellen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß alle Gefechtsstände gut ausgebaut und gesichert sind, damit die Führung

jederzeit gewährleistet ist.
In voller Übereinstimmung mit der Ansicht des Oberbefehlshabers weist das Korps mit Korps-Befehl Nr.12 (Anlage 84) nochmals auf folgende Punkte hin:
1.) HKL ist zu halten und nach Abschluß der Kämpfe in unserer Hand,
2.) Stellungsbau vorwärts treiben, tarnen,
3.) Tiefe Stellungen (B.-Stellen, schwere Waffen),
4.) Sofortiger Gegenstoß bei Einbruch,
5.) Auf Nähte achten,
6.) Feuerplan überprüfen,
7.) Schußsichere Gefechtsstände,
8.) Befehlsübermittlung auch durch Melder sicherstellen.
Kdr. General besucht die Gefechtsstände des Gren.Rgts. 300 und des I./300 (Anlage 85).
Korps-Pi.-Führer ist zur Ausbildung der A.-Komp. des Fhj.Gren.Rgts. 1242.
Eigener Stoßtrupp brach im Feindstützpunkt nördlich Westteil Sophienthal ein; dabei wurden 20 Russen getötet. Durch starken Gegenstoß des Feindes
wurde er aber wieder auf eigene HKL zurückgedrängt.

Stärkere Bewegungen des Russen von Kienitz nach Amt Kienitz wurden durch die Artillerie bekämpft. Beiderseitige Spähtrupptätigkeit.
Beim Russen wurden Ablösungen und stärkere Bewegungen beobachtet (Anlage 86).

Als Anlage 87 Schrb.: Korps-Pi.-Führer betr. Unterscheidung der Brücken auf ihre taktische Bedeutung und Vorbereitungsmaßnahmen für ihre Sprengung.

Zugänge:

Fahr-Schwadr.1606.


Generalkommando CI.A.K.
Geheim

Korps-Gef.-St., den 28.2.45
Anlage 85
Fahrtenbericht Nr. 15

Kdr.General besucht folgende Gefechtsstände:
         Gren.Rgt.300, Oberstlt. Weber,

               I./300, Btl.-Kdr. vertretungsweise Hptm. Schulze-Henne,Hptm. Schmidt ist
                       verwundet und wird in etwa 10 Tagen zur Truppe zurückkommen.

Kdr.General gibt Weisungen für:
     Einsatz, Kampfführung, Reservenbildung, Ausbildung.
Im besonderen betont der Kdr. General, daß die Stärkung der Kampfkraft durch Fürsorge und Sicherstellung der Versorgung mit
größter Tatkraft verfolgt werden muß.

Ablösung aus den Gräben in einen feststehenden Turnus, sodaß der Mann weiß, daß er nach so und so viel Tagen einige Tage
Ruhe hat.
Scharfschützenausbildung ist einer der wichtigsten Ausbildungszweige. Jeder Grenadier ein Scharfschütze! Belohnung für gute
Scharfschützen. Kdr.General stellt in Aussicht, daß zu unterstützen.
Spähtrupps müssen Nacht für Nacht am Feinde sein.

Ständige Verbindung um mit der Artillerie halten.
Art.-Verb.Kdos. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx siehe unten!
B-Stellen der verschiedenen Einheiten, nicht alle in ein Gehöft, sondern verteilen und so dazu zwingen, selbständige Meldungen
zu machen.
Sperrfeuerräume überprüfen, ob sie lückenlos an den Schwerpunkten liegen.
Einheitlche Führung der schweren Waffen in Zusammenarbeit mit Btls.- bzw. Rgts.-Kommandeur.
Auch bei den Granatwerfern müssen Sperrfeuerposten stehen, die an Hand der Sperrfeuertafeln in der Lage sind, das Sperrfeuer
spätestens innerhalb einer Minute auszulösen.
Für die Unternehmen Fuchsberge gemeinsam mit Füsilier-Btl. wird neues Luftbild benötigt. (bei FliVo, Ltn.Schuster, heute angefordert).
Kdr.General befiehlt sorgfältige Beobachtung der Fuchsberge und genaue Augenerkundung für alle Dinge, die sich auf der Feindseite
abspielen, um ein Bild über starke und schwache Stellen zu gewinnen. Um Überraschung zu wahren, sollen die Gehöfte am Tage vorher im
Punktschießen zerstört werden.
Munition.
Oberstleutnant Weber bittet, wenn möglich, um Nebelmunition; außerdem um Freigabe von B.-Munition für Scharfschützen.

Letzteres vom Kdr.General grundsätzlich genehmigt.

Art.Verb.Kdo. zum Schwerpunkt-Btl. abstellen in den Fällen, wo die Gef.-Stände der Art.-Abt. und des Inf.-Rgts. zusammenliegen.


Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr.20665/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 28.2.45
Anlage 86

Tagesmeldung an A.O.K.9

1.) Div.„Berlin“:
    Gegen Feindstützpunkt nördlich Westteil Sophienthal antretender Stoßtrupp brach in der Nacht zum 28.2.45 in Feindstellung ein.
    20 gezählte Feindtote. Durch sehr starken russ.Gegenstoß eigene Teile nach erbittertem Nahkampf und Ausfall des Zugführers
    und der Gruppenführer auf eigene HKL zurückgedrängt.
    Bewegungen von Kienitz nach Alt Kienitz von etwa 200 Mann, 16 Bespannfahrzeugen und 11 Lkw gegen 14.00 Uhr durch Art.-Feuerschlag
    wirksam bekämpft. Nordwesl.Sophienthal eine Feind-Pak durch I.G. vernichtet. Brückenschlag Kienitz durch beobachtetes Feuer gestört.
    Div.„Döberitz“:
27.2.45 23.00 Uhr vor I./Gren.Rgt. 300 Feindspähtrupp unbekannter Stärke abgewiesen. Annäherung von 2 Feind-Kp. aus
    Loose heraus um 4,30 Uhr durch Gr.W.- und M.G.-Feuer abgewehrt. Während der Nacht und am 28.2. verstärkte Feindbewegungen am westl.
    und Bauarbeiten am ostw.Oderufer. Antransport von Bauholz. Brückenbau südwestl.Zellin durch Gegner fortgesetzt.
    Div.606:
Eigene Aufklärung ergab starke ausgebaute Feindstellungen am Alten Oderdamm.
   
Feindbeurteilung: Im Vergleich zu den Vortagen festgestellte stärkere Feindbewegungen im Raum Kienitz - Zellin lassen auf Zuführung
    von Ersatz oder Umgruppierung schliessen. Ob es sich um die Zuführung neuer geschlossener Verbände handelt wird zunächst nur schwer
    festzustellen sein, da Feind vermutlich aus Tarnungsgründen derartige Verbände vorläufig nicht in vordere Linie einschieben wird.
    Zunehmende feindl.Kampftätigkeit und Ansammlungen nördl. Sophienthal sowie gesteigertes Art.-Feuer (getarntes Einschießen) im Raum
    Zechin - Letschin lassen weiterhin feindl.Schwerpunkt im Raum Genschmar - Letschin vermuten.
    Mit stärkeren Feindangriffen ist sicher nach Fertigstellung der Brücke Kienitz zu rechnen. Ob Feind sein Antreten von der Fertigstellung
    weiterer BRücken vor dem Korps-Abschnitt abhängig macht, oder schon bei einer für ihn günstigen Witterung nach Ausweitung seiner
    Brückenköpfe südwestl.Küstrin angreift bleibt abzuwarten.
4.) Fahrschwadron 1606.
7.) 8; siehe F.S.
8.) Div.„Berlin“: 20 Feindtote, 13 Scharfschützenabschüsse,
                  1 Pak vernichtet, 2 Lkw beschädigt.
    Div.„Döberitz“: 13 Scharfschützenabschüsse,
         erbeutet: 1 7,62cm Pak (Einsatzbereitschaft wird nich festgestellt),
                   1 M.Pi., 2 Minen.
    Div.606: 2 Rückkämpfer
9.) Sonnig, klar, Straßen gut befahrbar, Wege noch verschlammt.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)

Nachr.Kp. 661 bleibt CI.A.K. unterstellt. Anl. 9
10 Uhr
Besprechung mit Kp.Chefs Hptm. Richter und
Hptm. Ebersbach über Einsatz der Nachr.Kp. 661 u. 832 zum Entstördienst.
Nachr.Kp. 661 übernimmt Wriezen und vorwärts, Nachr.Kp.832 Harnekop u. Prötzel.

Als Leiter des Entstörungsdienstes wird Lt.Leisering Nachr.Kp. 832 in Harnekop bestimmt. Anl. 10
 
<< Januar 1945                                                                    März 1945 >>

Quellen:

1) Kriegstagebuch CI Armeekorps, GermanDocsInRussia – digitale Reproduktionen russischer Archivbestände